Altes Handwerk: vom Spinnen und Seilern

Altes Handwerk stirbt aus - im Museum bleibt es lebendig! Vom Spinnen und Seilern

Im Aprilheft 2021 lesen Sie über die Arbeit von Regierungsvermessungsrat Philipp Buxbaum (1879-1962). Bei der Recherche stieß ich auf einen anderen Philipp Buxbaum: Seminarlehrer in Bensheim (1843-1918). Auch über ihn gibt es viel Interessantes zu erzählen. Im Ruhestand widmete er sich der Dichtung und Volkskunde. Ein getreues Abbild des Odenwälder Volkslebens, eine Landes- und Volkskunde wollte er so entwerfen. Zahlreiche Gespräche mit Bauern oder Förstern lieferten ihm genügend Material. Eines seiner Bücher heißt "Hauswirken".

Der Schirmmacher: ein aussterbender Beruf

Es stand im Durchblick im Jahr 1997:

In Bensheim am Marktplatz arbeitete bis vor wenigen Jahren der letzte Schirmmacher Hessens. Als Adolf Schröck sich zur Ruhe setzte, wurde Hessen wieder um einen anspruchsvollen handwerklichen Beruf ärmer.

Eigentlich hat der Schirmmacher drei Lehren absolviert: Schneider, Schreiner und Feinmechaniker. Die Lehre, die Adolf Schröck 1950 beim Großvater begann, dauerte daher ein Jahr länger als üblich: vier Jahre. Anschließend ging der Geselle auf die Walz, er lernte und arbeitete in Dieburg, Heppenheim und schließlich in der Schweiz in Freiburg. Seitdem hat er unzählige Stockschirme, Damenschirme, Taschenschirme, Trachtenschirme, Sonnenschirme und Wanderstöcke hergestellt. Einen Nachfolger für sein Handwerk fand er nicht, und die Fortführung der handwerklichen Schirmherstellung wurde aufgrund von Nachschubproblemen der Einzelbauteile immer schwieriger.

Romanze mit der Revolution - im Felsenmeer?

In seinem Weihnachtsgruß an die Freunde des Felsenmeeres ging Günther Dekker auf einen berühmten früheren Gast ein: Georg Büchner.

"Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen" hat Johann Wolfgang von Goethe gesagt. Im Felsenmeer war er offenbar nicht, denn kein Wort kam dazu aus seiner Feder.
Wohl aber Büchner, der Bürgerrechts-Streiter und Sozialkritiker aus Südhessen. Unter dem Titel "Romanze mit der Revolution" machte sich Jule Reiner  2013 für den Deutschlandfunk auf Spurensuche. "Auf Georg Büchners Wanderwegen an der hessischen Bergstrasse" besuchte sie Zwingenberg, Burg Frankenstein, Fürstenlager und Felsenmeer.

Unter Tage in der Grube Marie

Unter dem Titel "unterwegs im Geo-Naturpark: Landschaft, Menschen, Eindrücke" gibt es virtuelle Führungen auf Youtube: z.B. in die Grube Marie in der Kohlbach bei Weinheim-Hohensachsen mit Jochen Babist und der AG Altbergbau Odenwald; „unter Tage in die Grube Marie“ entführt Babist in eine märchenhafte Welt mit einem sehr spannenden, geologischen Hintergrund.

Dabei erfährt man mehr über die damalige Bleigewinnung, die Werkzeuge der Bergleute und welche Rolle Fledermäuse noch heute in der Grube Marie spielen. Die alte Bergbauanlage war Geotop des Jahres 2017.
YouTube: „Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald“ https://www.youtube.com/channel/UC_2DneNASdIkvi5b2bs-8Rg

Das Geotop des Jahres 2017 ehrt zusammen mit der Grube Marie bei Weinheim-Hohensachsen die AG Altbergbau Odenwald und die Bergbauregion um Weinheim und Hirschberg, wo es zahlreiche Zeugen der Vergangenen Schatzsuche nach Silber, Blei, Kupfer und anderen Erzen und Mineralien gibt. Die AG Altbergbau Odenwald bietet Spezialführungen im Großsachsener Revierteil an, und auf eigene Faust lassen sich fast 20 sehenswerte Punkte entdecken, die Einblick in die spannende Geologie des vorderen Odenwaldes und die noch viel spannendere Geschichte des Bergbaues bieten.
Von Mai bis September kann der Tagstollen der Grube Marie an mehreren Terminen besichtigt werden, Infos: Stadt Weinheim 06201-592823, für Gruppenführungen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. 0170- 2121541 (J. Babist) 06201-163 28 (M. Storm), http://bergbau-odenwald.de/grube%20marie.htm

Lesen Sie dazu auch:

 

Kupfer-, Blei- und Silberbergbau

Auf Schatzsuche unter der Erde - Marmorit bei Auerbach und andere unterirdische Sehenswürdigkeiten

Die heilige Barbara in der Grube Marie in der Kohlbach; Schutzheilige der Bergleute... (Foto M. Hiller)

Weitere Fotos aus der Grube finden Sie hier!

Tagebuch: Kriegsende in Gronau

Wie der Krieg in Gronau klang, darüber gibt uns ein Tagebuch Auskunft, das der Gronauer Politologe Stefan Hebenstreit in den Geschichtsblättern des Kreises Bergstraße Band 53, erschienen im Dezember 2020, beschreibt.

Der Lancaster-Absturz im Neunkircher Wald

Im November 1943 stürzte im Wald zwischen Neunkirchen und Brandau eine britische Lancaster ab, Brandau entging haarscharf einer Katastrophe.Teile der Maschine befinden sich im Museum Brandau.
An der Absturzstelle wurde ein Gedenkstein an die drei Besatzungsmitglieder gesetzt.
Durch die Ausgrabung unter der Leitung von Danny Keay konnten freundschaftliche Kontakte zu den Verwandten der gestorbenen Soldaten in verschiedenen Ländern geknüpft werden.

Modautal in Zahlen

Seit 2011 hat die Bevölkerung Modautals um 1,8% zugenommen, den höchsten Anteil an der Altersverteilung haben die 50-70jährigen. Am 30. Juni 2020 hatte Modautal insgesamt 5073 Einwohner (im Dezember 2019 waren es 5096) auf einer Fläche von 31,79 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte liegt damit bei 160 Einwohnern je Quadratkilometer. Siedlungsfläche 6% (davon 3,8% für reinen Wohnbau), Verkehrsfläche 6,7%, Landwirtschaftsfläche 49,5% und Wald 36,8%.

Internationaler Frauentag und Eisenbahn...

In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg  entstand als Initiative sozialistischer Organisationen für Gleichberechtigung und Freauenwahlrecht sowie Emanzipation der Arbeiterinnen der internationale Frauentag. Seit 1921 findet er am 8. März statt und wird von den Vereinten Nationen später als Tag  für die Rechte der Frau und den Weltfrieden gefeiert.

Das wachsende Eisenbahnnetz in der Zeit zwischen 1873 und 1914 machte es erforderlich, daß auch Frauen beschäftigt wurden. Zudem waren auch Frauen der Mittelschicht gezwungen zu arbeiten, bedingt durch die wirtschaftliche Lage. Zunächst jedoch standesgemäß im Staatsdienst.

Geotop 2020 - Lützelbach: Baumuhr und Geotop Wildfrauhaus

https://odenwald-redaktion.de/index.php/freizeit-kultur/odenwald-redaktion/2599-luetzelbach-baumuhr-und-geotop-wildfrauhaus.html

Wein und Bier: das rat ich dir - in Groß Umstadt

Beides gab es in Groß Umstadt - Wein gibt es noch immer!

Als "Kleine Bergstraße" wird die Odenwälder Weininsel um Groß Umstadt bezeichnet, denn die hier angebauten Weine gehören zur Bergstraße. Hier, im kristallinen Grundgebirge des Odenwaldes, wachsen mitten im umgebenden unfruchtbaren Buntsandstein hervorragende Rot- und Weißweine. Zusätzlich hebt eine angewehte Lößschicht die Bodenqualität.

650 Jahre Gadernheim - Die Geschichte

Wann innerhalb der Gemarkung des heutigen Gadernheims sich erstmals Menschen niederließen, liegt im Dunkel der Geschichte begraben. Nach allem was man heute weiss, erfolgte die Ersterwähung im Jahre 1367. In einer alten Urkunde wird der Ort eindeutig mit „Geydenheym“ benannt, was ausdrücklich auf Gadernheim hinweist. Damit können die Gadernheimer zurecht und voller Stolz in diesem Jahr eine 650-Jahr-Feier veranstalten, zu der alle Gäste aus Nah und Fern willkommen geheissen werden.

Was der Name Gadernheim bedeutet, ist nicht eindeutig belegt. Der Gadernheimer Georg Grohrock hat in einer früheren Publikation dargelegt, dass sich der Name von Gatterzäunen und Falltoren zur Sicherung des Weideviehs vom althochdeutschen „Gadero“ oder „Gataro“ ableiten lässt. Jedenfalls wird der Name in der älteren Vergangenheit, als man es mit der Rechtschreibung noch nicht so genau wie heute nahm, immer wieder anders geschrieben. So 1367 Geydenheym, 1393 Geidenheim, 1454 Gaydenheim und Geydenheim, 1512 Gadern, 1516 Geidenau, 1653 Geudenau; 1720 Gendenaw. Der Reichenbacher Pfarrer Martin Walter hat es in seiner bekannten Chronik (1599 – 1620) immer Gadern genannt.