Klimabündnis Bergstraße Ahornstraße 15 | 64625 Bensheim
Das Klimabündnis Bergstraße lädt alle Interessierten ein, sich zuzuschalten und die Gelegenheit zum fachlichen Austausch zu nutzen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung und Rückfragen:
Nachbericht Energy Sharing: bitte nach unten scrollen!
17. Juni 2026: "Wie kann eine Familie ihre private Energiewende vorbereiten und planen?"
„Aufwind für Bensheim“ lädt zu diesem Vortrag von Christoph Rumler am Mittwoch, 17. Juni um 19 Uhr in den Nebenraum der Weststadthalle in Bensheim ein.
Christoph Rumler kommt aus der BürgerSolarBeratung. Deren Interessenten leben überwiegend in Ein- und Zweifamilienhäusern und stellen die eigentliche Zielgruppe dieses Vortrags dar. Aus vielen Beratungen wurde die Familie SoWieDu abgeleitet. Es werden die Möglichkeiten PV-Anlage, Wärmepumpe und Elektroauto betrachtet. Wie viel Energie und Emissionen können eingespart werden, welche Kosteneinsparungen entstehen? Diese können einen Kredit decken, mit dem man die Umstellungskosten unterstützen kann. Wie kann man erkennen, welche Sanierungsmaßnahmen am Haus wirklich sinnvoll sind? Bis zur überraschenden Feststellung, dass man durchaus 70% der künftig benötigten Energie kostenlos und emissionsfrei vom eigenen Grundstück entnehmen kann. Damit werden künftige Mengen- und Preisrisiken begrenzt. Der Vortrag soll helfen, Ursachen und Wirkungen zu erkennen und Prioritäten aufzeigen, welche Maßnahme im eigenen Haushalt die stärkste Wirkung hat.
2. Juli 2026: "Kalte Nahwärmenetze auch bei uns? Das Klimabündnis informiert über Projekte in Bremen"
Philipp Metz aus Bremen wird am Donnerstag, 2.Juli um 19.30 Uhr online berichten und zur Diskussion zur Verfügung stehen.
Kalte Nahwärme – ein verspäteter Aprilscherz? Überhaupt nicht! Bei Fern- oder Nahwärme kommt das warme oder heiße Wasser von einer Zentrale in die Häuser. Bei der kalten Nahwärme kommt kaltes Wasser von etwa 5-15° in die Häuser und wird dort mit einer Wasser-Wärmepumpe soweit erwärmt, wie nötig. Der große Vorteil liegt darin, dass es keine Wärmeverluste im Leitungssystem gibt, im Gegenteil gibt es sogar Wärmegewinne, insofern das Wasser in der Leitung von der Umgebung noch etwas erwärmt wird. Die Leitungen sind nicht wärmegedämmt.
Es müssen jedoch Sonden gebohrt werden, ca. 100 bis 150 Meter tief. Die Anfangsinvestitionen sind hoch, der Betrieb jedoch günstig. Es werden keine Umlaufpumpen benötigt. Das Wasser wird nur durch die Wärmepumpen in den einzelnen Häusern weiterbewegt. Dadurch ist die Wartung gering. Es ist auch kein Messsystem nötig, wie viel Wärme man entnommen hat. Man zahlt nur eine Gebühr für den Anschluss entsprechend der Kapazität der Wärmepumpe im jeweiligen Haus. Wasser-Wärmepumpen halten länger als Luftwärmepumpen und das gesamte Rohrsystem noch viel länger, so dass das Heizen im Laufe der Zeit billiger wird.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man im Kleinen, also mit wenigen Häusern, die diese Wärme nutzen wollen, anfangen kann und dann schrittweise das Netz vergrößern kann, wenn weitere Verbraucher diese Wärmeversorgung nutzen wollen.
Gleichzeitig kann man mit einem solchen System auch im Sommer die Wohnungen temperieren, zumindest ein wenig.
Mehr verbreitet sind solche kalten Nahwärmenetze im ländlichen Raum. In Bremen will man flächendeckend solche Netze einführen. Dort ist es eine Genossenschaft, die diese Projekte vorantreibt.
„Ein spannendes Modell“, so Otto Merkel vom Klimabündnis, „weshalb wir zumindest mal diese Idee hier verbreiten wollen. Es könnte für den ländlichen Raum interessant sein, aber auch vielleicht für die engen Innenstädte, die wir hier haben und in denen nicht einfach jeder Hausbesitzer sich eine Wärmepumpe in den Vorgarten stellen kann, weil es diese Vorgärten gar nicht gibt.“
Alle Interessierten sind eingeladen! Zugangsdaten unter