Bei der 75. Neustädter Tagung des Breuberg-Bundes gab es zahlreiche Vorträge, vier davon hörte ich mir an.
Norbert Allmann: zur historischen Entwicklung des Wildparks Eulbach
Dr. Jürgen Jung: Virutelle Rekonstruktion zur Informationsvermittlung - die Burgenlandschaft
Dr. Carolin Schreiber: das Kartular des Klosters Lorsch und seine Bedeutung für die Erforschung des Odenwaldes
Dr. Benno Lehmann: Christian Wilhelm Kehrer, Veduten- und Jagdtiermaler am Hofe des Grafen zu Erbach
Auch wenn diese Vorträge vordergründig wenig gemein haben, machten sie doch recht nachdenklich. Sie informierten zunächst über ihr spezielles Thema, aber eines hatten sie gemeinsam:
In der hessenschau vom 17.08.2026 gab es zwei Beiträge, die zur Sorge um unser soziales Miteinander Anlaß geben:
1. Hessen wirbt um indische Fachkräfte
Darin geht es um einen Besuch von Boris Rhein in Indien. Er möchte Menschen aus Indien dazu animieren, als Arbeitskräfte nach Deutschland zu kommen. Diesen geht es nicht um eine Fluchtmöglichkeit aus einem lebensbedrohlichen Regime wie den Geflüchteten aus Syrien, Irak, Iran oder den Ortshelfern in Afghanistan. Sondern um schöne Dinge wie Kindergeld.
Während die einen - oftmals trotz festem Arbeitsplatz und gut integriert - in aktuellen politischen Klima in Deutschland fürchten müssen, abgeschoben zu werden und so endlich doch noch einer korrupten Staatsmacht oder einem unerbittlichen Glaubenssystem zum Opfer fallen, möchte man die anderen gerne nach Deutschland locken. Und warum? "Indische Pflegekräfte sind sehr anpassungsfähig" (Gudrun Gopal, Indian Truecare) - mit "anpassungsfähig" ist vermutlich gemeint, daß diese Pflegekräfte nicht aufmucken, für Mindestlohn arbeiten und bereitwillig die im Pflegesektor üblichen Überstunden und Belastungen akzeptieren.
2. Private Kinderfußballschulen im Trend
Da erzählen - nein statuieren 8-10 jährige Jungs ihr Lebensziel, Profifußballer zu werden. Sie sprechen hier wie ausgewachsene Manager, nicht wie Kinder. Im Hessenschaubeitrag kommen auch die Eltern zu Wort, und das erklärt alles: diese Kinder sind Projekte, sie müssen funktionieren wie Maschinen. Zwei Dinge daran wecken Befürchtungen: Man könnte diese Kindprojekte nicht in eine soziale Gemeinschaft integrieren, sie würden sich wie kleine Elon Musks benehmen. Zweitens: wenn alle kleinen Menschen mit Ehrgeiz und Ellbogen später mal Profifußballer werden, sind wir dann nicht zu einer Gesellschaft von Telefondesinfizierern* geworden?
Werden wir spätestens dann nicht nur sämtliche verfügbaren "anpassungsfähigen" Inderinnen und Inder brauchen, um die ganze Arbeit zu machen? Zumal dann ja alle "Migranten" (oftmals auch deutsche Staatsbürger mit "Migrationsoptik") aus unserem Stadtbild entfernt sein werden?
Marieta Hiller
* Telefondesinfizerer werden in der vierbändigen Trilogie Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams zusammen mit Filmproduzenten, Frisören, Unternehmensberatern und Versicherungsvertretern vom blühenden Planeten Golgafrincham zur niedrigschwelligen Erde deportiert, damit sie nicht weiterhin die Gesellschaft auf Golgafrincham stören. Dort blieben nach der Deportation zwei Klassen übrig: Klasse A waren die Wissenschaftler, geniale Führungspersönlichkeiten und bedeutende Künstler, Klasse C die Leute, die die ganze Arbeit machten.
In dieser neuen Rubrik stellen wir Vereine und Organisationen vor, die ehrenamtlich wichtige Arbeit zugunsten unsrer Gesellschaft leisten. Das Zitat "Unsere Gesellschaft lebt von Ehrenämtern" stammt von Peter Fischer, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Bensheimer Tafel. In den kommenden Heften kommen Sie zur Sprache! Wo engagieren Sie sich ehrenamtlich? Wieviel Zeit investieren Sie in Ihr Ehrenamt, und welche - guten oder schlechten - Erfahrungen haben Sie dabei gemacht? Melden Sie sich per Mail an Marieta Hiller, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. bis zum 8. Juli, dann erscheint ein Interview mit Ihnen im nächsten Heft.
Die Tafel Bensheim: 250 ehrenamtliche Mitarbeitende versorgen über 4500 Menschen mit Essen
Juni 2026: Seit 20 Jahren gibt es die Tafel in Bensheim, eine soziale Einrichtung mit inzwischen 250 Ehrenamtlichen. Über 4500 Menschen aus 46 Nationen versorgen sich hier mit Lebensmitteln, der Einzugsbereich geht über Bensheim und Ortsteile hinaus bis Lautertal und Lindenfels. Darunter sind sehr viele deutsche Rentnerinnen und Alleinerziehende.
Die Jubiläumsfeier am 13. Juni 2026 wurde musikalisch begleitet von den Blütenweg-Jazzern, natürlich als Benefizkonzert. Ihr Fanfest feiert die Band am Sonntag, 16. August 2026 – 18 bis 21 Uhr im Innenhof des Walderdorffer Hof´s in Bensheim (bei Regen im Gastraum)
Geschichtswerkstatt der Geschwister-Scholl-Schule Bensheim, Frank Maus (Rektor) Hessische Lehrkräfteakademie, Studienseminar Heppenheim, Geschwister-Scholl-Schule Bensheim
Juni 2026 - Gedenkveranstaltung auf dem Jüdischen Friedhof in Alsbach
ALSBACH-HÄHNLEIN/BENSHEIM. Am Dienstag, 26. Mai 2026, findet auf dem Jüdischen Friedhof in Alsbach eine besondere Gedenk- und Erinnerungsveranstaltung statt. Im Mittelpunkt steht die feierliche Wiedererrichtung des Grabmals von Moses Wolf. Beginn ist um 17 Uhr am Eingang des Jüdischen Friedhofs, das Ende ist gegen 18.30 Uhr am Grab von Moses Wolf geplant.
Schülerinnen und Schüler der Geschichtswerkstatt der Geschwister-Scholl-Schule Bensheim haben in den vergangenen Monaten die Geschichte der jüdischen Familie Wolf aus Bensheim aufgearbeitet. Moses Wolf, der in Bensheim eine Mehl- und Futterhandlung betrieb, wurde nach seinem Tod im Jahr 1927 auf dem Jüdischen Friedhof in Alsbach beigesetzt. Sein Grabmal wurde in der Zeit des Nationalsozialismus gewaltsam zerstört. Seine Ehefrau Hannchen Wolf wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet; der gemeinsame Sohn Jakob konnte mit seiner Familie in die USA fliehen.
Mit Eberhard Mößinger verstarb ein großer Unterstützer der Dorfverschönerung in Reichenbach und Förderer des Verschönerungsvereins Reichenbach (VVR). Der 1942 auf der „Insel“ geborene Reichenbacher Bub besuchte die Volksschule in Reichenbach. Er lebte mehrere Jahre in Hochstädten, wo er die Firma Laser Tronik Handels GmbH aufbaute.
Nach seiner Rückkehr nach Reichenbach trat Mößinger 1989 zusammen mit seiner ebenfalls aus Reichenbach stammenden Ehefrau Christina in den Verschönerungsverein Reichenbach (VVR) ein. 2013 feierten sie zusammen in großem Rahmen ihre Goldene Hochzeit.
Manchmal bin ich froh, daß meine Rundfunkgebühren sinnvoll eingesetzt werden, nur manchmal. Ohne Gebühren an die Öffentlich Rechtlichen wäre dieser Beitrag vermutlich nicht erschienen oder stark modifiziert, weil durch Elon Musk finanziert.
3. April 2026: "Jahrhundert der Nerds - Vom Eigenbrötler zur Weltherrschaft?"
- ein hörenswerter Podcast des Deutschlandfunks! - Und wieder geht es um machtvolle Unternehmer wie Elon Musk, Mark Zuckerberg oder Peter Thiel. Der Nerd ist der Sozialtypus des Digitalzeitalters, er hat begonnen als Schrauber, Bastler, Einzelgänger. Heute dominiert er unsere Welt. https://www.deutschlandfunk.de/essay-und-diskurs-100.html
September 2025: die neue Armut und die Tech-Milliardäre
Immer wieder nötig, immer wieder werden wir um Spenden gebeten - aber welcher Organisation können wir trauen? DZI = Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen https://www.dzi.de/ Transparency International Deutschland e.V. https://www.transparency.de/ueber-uns/?L=0
Die Sendung "Dolles Dorf" zeigt die Aktivitäten der Dörfer mit ihren Vereinen, d.h. der Ehrenämter, ohne die es nicht gut in D bestellt wäre. Was wären wir ohne die Freiwillige Feuerwehr, die Sportvereine, Kerwe-Jugend, Seniorentreff, Krabbelkäfer, usw.
Freudig haben sich die Elmshäuser am Striethteich ablichten lassen, der aber ohne "Ehrenamtliche" nie enstanden wäre.
Als 1971 der Verschönerungsverein gegründet wurde, kam bei einer Vereinssitzung zur Sprache, ob das Sumpfgelände im Striehtgelände, das sich immer mehr zu einer illegalen Müllhalte entwickelte, nicht verändert werden kann. Hier kam der Vorschlag von den Herren Gottschall und Peter Pink, ob man nicht einen Teich gestalten könnte.
Im Advent 2025 fanden in Klein-Bieberau/Webern wieder die, mittlerweile traditionellen, Advenstfenster statt.
Manuela Steinmann, der Organisatorin der Veranstaltung, ist es gelungen, dass an 18 von 24 Tagen Familien zum Mitmachen bereit waren. Man traf sich wieder abends von 19 – 21 Uhr zu Glühwein, Tee und kleinen Snacks, um sich zu unterhalten und Neuigkeiten auszutauschen. An Heiligabend trifft man sich am späten Vormittag alljährlich zu Blanka Ruhlands Geburtstag. Es ist schön, dass auch in diesem Jahr wieder einige „Neubürger“ teilgenommen haben, sowohl als Gastgeber als auch als Gäste. Eine gute Gelegenheit sich kennenzulernen.
Wie in jedem Jahr, wurden auch diesmal die Gäste von den Gastgebern um eine Spende gebeten. Dieses Jahr für den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt/Main e.V.“ Der Verein wurde von betroffenen Eltern 1983 gegründet. In engster Zusammenarbeit mit der Kinderkrebsklinik Frankfurt verbessert der Verein die Lebenssituation betroffener in schwerer Zeit, unterstützt die medizinische und therapeutische Versorgung und treibt die Forschung in der Klinik voran. Der Verein ist gemeinnützig und die Arbeit wird zu 100 % durch Spenden finanziert. Wir helfen mit! Bei der Spendenaktion kam die stolze Summe von 2.000 EURO zusammen.
Vielen Dank an die Gastgeber und Spender und auf ein neues im Advent 2026. B. Lehr, Klein-Bieberau, im Februar 2026
Bildung ist ein hohes Gut. Bildung entscheidet, ob Frauen benachteiligt werden. Der Lebensstandard ist in verschiedenen Kulturkreisen direkt gekoppelt an die Bildung von Frauen. Bildung entscheidet, ob Migranten hier in Deutschland bleiben dürfen. Oft sind Letztere aus Ländern und Kulturkreisen geflüchtet, in denen Bildung "haram" - also verboten ist.
Sie kamen nach Deutschland, weil es hier vielversprechend für ein Überleben erschien: jedenfalls zur Zeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie, die an sich wenig Mütterliches ausstrahlt, hat sofort gesagt - und gemeint: Wir schaffen das! Und damit hat sie über alle Ländergrenzen hinweg etwas in Bewegung gesetzt, was uns heute verloren zu gehen droht. Wir haben uns ehrenamtlich engagiert, Geflüchtete begrüßt und in unser Leben aufgenommen, bei Behördengängen, beim Arztbesuch, beim Deutschlernen geholfen. Vor zehn Jahren dauerte es ein gutes dreiviertel Jahr, bis die Geflüchteten endlich einen Platz in einem Integrationskurs bekamen.
Heute bekommen sie keinen mehr: Asylbewerber, Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, Menschen mit Duldung. Solange sie keine Arbeitserlaubnis haben, leben sie von weniger als 500 Euro im Monat und können sich den - bislang kostenlosen - Integrationskurs nicht leisten. Aber ohne Deutschkenntnisse bekommen sie auch mit Arbeitserlaubnis keinen Job. "Integrationskurse stehen vor allem für diejenigen zur Verfügung, die dauerhaft in Deutschland bleiben können." (Henning Zanetti, Sprecher des Innenministeriums) - dauerhaft in Deutschland können nur Menschen bleiben, die einen festen Arbeitsplatz und eine Wohnung haben. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Doch ein weiteres Problem ergibt sich daraus, daß es in Deutschland ein gewaltiger Unterschied ist, ob man in Bayern oder in Hamburg Bildung erwerben möchte.
"Der ausgeprägte Föderalismus im Kultur- und Bildungssystem hat eine lange Tradition. Bis 1871 bestand Deutschland aus vielen selbständigen Feudalstaaten und freien Reichstädten. Diese Kleinstaaten betrieben jeweils ihre eigene Kultur- und Bildungspolitik. Auch mit der Gründung des Deutschen Reichs 1871 wurden die Kompetenzen nicht zentralisiert. Die neue Reichsregierung erhielt eine Zuständigkeit für die kulturelle Außenpolitik, die Teilstaaten blieben für Bildung, Kultur und Kirche verantwortlich. Diese Aufteilung hatte auch während der Weimarer Republik Bestand." heißt es dort.
Unser Grundgesetz legt die Kultur- und Bildungspolitik in die Hände der Länder. Diese organisieren überregional seit 1948 die Kultusministerkonferenz der Bildungs- und Forschungsminister. Es gibt also gemeinsame Standards für Lehrpläne und Schulabschlüsse. Um Kultur geht es nur in zweiter Linie. Die Länder sind am Deutschen Bibliotheksinstitut in Berlin und der Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt beteiligt.
Das sind die Gemeinsamkeiten. Aber jedes Land betreibt seine eigene Schulpolitik - immerhin ist man sich über Dauer und Beginn der Schulferien einig.
Warum wird Kultur und Bildung föderal gehandhabt? Das hängt mit der erstmaligen - und gewaltsamen - Zentralisierung von Kultur und Bildung durch das nationalsozialistische Regime zusammen. Kunst, Kultur, Universitäten und Schulen wurden ideologischem Missbrauch unterworfen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs sorgten die Aliierten daher für föderale Kompetenzaufteilung - jedenfalls im Westen. In der DDR dagegen wurden die Länder 1952 aufgelöst und in 15 Bezirke geordnet, Bildung und Kultur unterlagen fortan dem Parteizentralismus. Dies blieb bis zur Wende so, danach erhielten die meisten staatlichen Bildungseinrichtungen eine neue Organisation durch die neuen ostdeutschen Länder und Kommunen.
Und nun greift ein Bundesministerium ein, um - allein aus Kostengründen?! - arbeitswillige junge Menschen daran zu hindern, die Renten für unsere überalterte "deutsche" Gesellschaft zu bestreiten?
*Die AFD kann, sollte sie in zwei der drei MDR-Bundesländer Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen die Regierung bilden, den MDR abschalten.
Hessischer Rundfunk stellt Projekt der Geschichtswerkstatt vor
GSS-Stolpersteinprojekt für die NS-Opferfamilie Israel aus Elmshausen Teil eines Fernsehbeitrages / Projektarbeit erfährt wachsenden Anteil des regionalen Bewusstseins
26. Dezember – zweiter Weihnachtsfeiertag 2025: Das ganze Dorf Elmshausen in Lautertal, einer Nachbarkommune von Bensheim und Einzugsgebiet der GSS, ist auf den Beinen. Der Hessische Rundfunk dreht einen Fernsehbeitrag über Elmshausen als Dolles Dorf für die Hessenschau. Mittendrin stehen die Geschichtslehrkräfte Nikola Kratzmann (Foto rechts), Frank Maus sowie Claudia Sudheimer (Foto links), die Schulleiterin der örtlichen Grundschule.