Meine kleine Wörterwerkstatt: Euphemismen

Euphemismen sind Wörter, die besonders gern von Politikern und Statistikern verwendet werden. Euphemismus bedeutet Beschönigung, und wer kennt sie nicht, all die netten Umschreibungen: „Minuswachstum“ für Rezession; „friedenserhaltende Maßnahmen“ für einen Kriegseinsatz, „Entsorgungspark“ für eine Müllkippe, „notleidende Banken“ für das Versagen einer überbezahlten Kaste. Harmlos dagegen, daß Mohrenkopf und Negerkuß jetzt Schokokuß heißen, aber daß Fastfood-Ketten sich selbst als Restaurant bezeichnen, ist ein Unding.

Tintenklecks

Pinsel + WasserflascheAn dieser Stelle treten gelegentlich Tintenklecksereien auf. Wichtiges und Unwichtiges, freche Randbemerkungen und Weisheiten des Tages - für Risiken und Nebenwirkungen wird keine Gewähr übernommen... Ein Glas Wasser für die schlimmsten Reaktionen sollten Sie also zur Hand haben.

Die meisten dieser Tintenklecksereien sind als Randbemerkung "Was der Redaktion so alles am Herzen liegt" oder "Nur mal angenommen..." im Durchblick erschienen. Das ist die Monatszeitschrift für Lautertal und Modautal, die seit 1995 erscheint und die wichtigsten Themen aus Kommunalpolitik, lokaler Wirtschaft und dem Vereinsleben in jeden Haushalt bringt.

Ich wünsche viel Spaß beim Stöbern - Marieta Hiller

Wenn der Hund gerne Fernseh guckt, liegt es an HD TV!

Facebook - nein danke! Ich bin gern altmodisch...

Von der Schwierigkeit, beim lokalen Händler statt im Internet zu kaufen..

Ein perfekter Tag, perfekt beendet vor dem Fernseher ...

Ethnische Säuberung oder political correctness?

Frühling, Zeit der Abnehmkuren ...

Das Ende der Weisheit ...

Volxmusik als Renner in der Unterhaltungsbranche

Contracting: Löschknotenpunkte lösen Feuereimer und LF8 ab

Industrie 4.0 und wir...

Auch das haben wir Menschen gebaut...

Hochproduktiv nur noch im selbstreferenziellen Informationsraum...

Lesen für Mädchen und Alkohol für Schüler

Einwurf: Warum Frauen kein Hazet-Werkzeug kaufen

Fundstück: Das Perfunzativ

Nur mal angenommen... Kindergartenplatz

Nur mal angenommen... Kapitallebensversicherung

Wir drucken wacker weiter - und ihr werdet weiterhin lesen!

War früher wirklich alles besser? Steampunk - die rückwärtsgewandte Utopie

Nur mal angenommen... Sie sind eine Frau - Ein paar Gedanken zum internationalen Frauentag am 8. März

Nur mal angenommen... Sie wären Optimist

Fortschritt, Mond und Bücher lesen

Weitblick und Mr. Trump

weihnachtliche Hinterglastackerei

„Früher war alles besser"

Einwurf: Demokratie will gepflegt werden

Datenschutz im Telefonbuch?

Vom Gleichgewichten...

Vom Altwerden...

Meine kleine Wörterwerkstatt: Euphemismen

Ist artgerechte Tierernährung zu teuer - oder gar zynisch?

Neue Trendsportarten für Männer: Streetkehring und Unkrautrupfing - Wie man Männer zur Hausarbeit bewegt

ÖPNV: vor 200 Jahren Auslöser des Problems, heute vielleicht die Lösung - ein Rundumschlag...

Wie man auf dem Land umweltfreundlich ohne Auto lebt... 

Kulturelle Aneignung - welche Kultur dürfen wir und welche nicht?

Leben in Deutschland kann schwer sein...

Heinrich Tischner: Opas Hausmittel

Ist KI wirklich "künstliche Intelligenz"?

Moderne Zeiten: wie man eine Rechnung bezahlt...

 

 

Wie schwer ist eigentlich das Internet?

Regelmäßig müssen wir unseren Hausmüll zur Abholung rausstellen, Altpapier bündeln, gelbe Säcke mit säuberlich gespülten Joghurtbechern stapeln und die Spannungsabfälle unter den Steckdosen zusammenkehren. Nun stellen Sie sich mal vor, Sie müßten Ihr Internet wegwerfen, weil es ein Besseres gibt. Was würde das wiegen, wie sperrig wäre es, und darf es in den Restmüll oder gehört es zum Elektroschrott?

Ach du Schreck: nicht mal die Physik ist vegan!

Im Frühjahr 2021 war im Beitrag " Wenn wir das Wetter berechnen könnten: " im Heft, es war die Rede von Schrödingers Kätzchen. Keine Sorge: dabei handelt es sich um ein reines Gedankenexperiment. Keine Katze wird in eine Box gesperrt und weit weit weg in den Weltraum geschossen, wo sie dann totgespritzt wird oder auch nicht - je nach Betrachter.
Tatsächlich in den Weltraum geschickt wurde dagegen eine Hündin: Laika. Sie wurde 1957 in der DDR zur staatstragenden Institution: der sowjetische Sputnik2-Satellit nahm sie mit ins All. Bevor sie an Streß starb, übermittelte sie wertvolle Forschungsergebnisse. Ihre gesunde Rückkehr zur Erde war nicht geplant gewesen.

Einwurf: Mal geradeausdenken statt querdenken!

Im April 2021 erhielt ich eine Leserzuschrift von G.W., die ich hier vorstellen möchte:
"Sehr geehrte Frau Hiller, wenn uns auch Welten in der politischen Anschauung trennen, so muss ich Ihnen aber ein großes Lob für den o.g. Betreff / Artikel (Hexenplatz, Reonga und Hinkelstein) ausstellen: sehr informativ und lehrreich! Ich wohne nun schon fast 60 Jahre in Brandau, aber von den umliegenden Wüstungen hatte ich noch nie etwas gehört. Wie viele Male bin ich schon nach Beedenkirchen oder zum Tanken nach Wurzelbach gefahren, ohne zu wissen, dass ich auch mitten durch das ehemalige Atzenrode fahre? Bitte bringen Sie weiterhin ortsgeschichtliche, geografische oder geologische Beiträge über unsere Gegend, denn da lernt man wirklich noch hinzu! ... und die Politik lasse ich, wie gesagt, außen vor.
Mit freundlichen Grüßen G.W."

Es freut mich sehr, solche Zuschriften zu bekommen. Dies zeigt mir, daß einerseits meine ganze Archiv-Wühlerei auf Interesse stößt, andererseits auch daß es durchaus möglich ist, unterschiedliche politische Ansichten zu pflegen. Schön, daß das geht!

Wie man auf dem Land umweltfreundlich ohne Auto lebt...

Mein alter Führerschein ist ja nun Makulatur: die schöne graue Fleppe wurde entwertet und durch ein Plastikkärtchen ersetzt.
Gut so, denn im alten Grauen steht drin, daß die Fahrerlaubnis nur für Kraftfahrzeuge mit Antrieb durch Verbrennungsmaschine gilt. Klar, 1977 gab es noch keine selbstentzündlichen Elektroautos.

Klimawandel? Klimawandel!

Den Beitrag zum Wetter schrieb ich am 15. April bei knapp 6 Grad Kälte. Blick aus dem Fenster: Hummeln und Wildbienen fliegen erst ab ca 7°C, Honigbienen sogar erst ab ca 12 °C. Damit gehen viele Pflanzen, die schon früh im Jahr auf Bestäubung warten, diesmal wohl leer aus. Anders ergeht es dem "Sorgenkind Rasen":  wer noch einen gepflegten englischen Rasen hat (ich nicht, ich habe einen Schäferhund!), wird sich im Laufe des Sommers über eine neue Haustierart freuen: die Larven der Wiesenschnake (Tipula paludosa) zerstören ihn. Die Abhilfe ist schwierig und aufwändig - siehe www.durchblick-lamo.de Rubrik Umwelt "Sorgenkind Rasen". Wer wie ich einen Truppenübungsplatz vor dem Haus hat, muß sich keine Gedanken machen. Wer aber gerne auf frisches gesundes Grün blickt, der sollte längerfristig auf Alternativen umstellen: Blühwiesen oder mehr Stauden und Sträucher sind sowieso viel insektenfreundlicher und unterstützen damit auch unsere Singvögel.

Meine kleine Wörterwerkstatt

Die Sprachecke im Durchblick wird wohl die Rubrik(in) werden, die am längsten Bestand hat.
Hier finden Sie wieder einige nützliche Vorschläge um unsere Sprache zu "entsperren"!

Wohin mit unserem Müll?

„Wolln‘se ne Tüte?“ Die Plastiktüte in unserer Welt

So eine Plastiktüte bekommt man ja kostenlos dazu beim Einkauf. Wozu also sich die Mühe machen und an Stoffbeutel denken?
Die Plastiktüte macht fast ein Drittel der gesamten weltweiten Kunststoffproduktion aus und ist uns nullkommanichts wert.
Deshalb werfen wir sie nach spätestens einem halben Jahr weg. Wäre sie uns etwas wert, würden wir anders damit umgehen. Allein der wissenschaftliche Grips, der in den letzten 120 Jahren in PE, PVC, PET, PU, PP und wie sie alle heißen gesteckt wurde!
Ein Stück Kunststoff ist ein erstaunliches Produkt: als künstliche Herzklappe rettet es sogar Leben. Aber als Plastiktüte: weg damit!

Wenn wir das Wetter berechnen könnten:

Noch heute können Klimamodelle aufgrund zu schwacher Rechenleistung nicht genau genug berechnet werden. Dies versuchte bereits in den 1920er Jahren - vor Erfindung der modernen Elektronenhirne - der Mathematiker Lewis Richardson. Er wollte die seit 1895 nicht gelösten Gleichungen aus Svante Arrhenius‘ Klimamodell mit Hilfe von Menschen lösen und  dazu eine große Zahl Menschen in ein Amphitheater setzen, deren jeder einzelne einen Teil dieser Gleichungen berechnen sollte, koordiniert durch einen Dirigenten.

Abteilung Sprachpolizei: die Wanderin

„Die Wanderin“ – und weitere Vorschläge zur geschlechtergerechteren Weiterentwicklung unserer deutschen Sprache

Für Menschen die (gerne) wandern kennt unsere deutsche Sprache und Rechtschreibung schon seit Jahrzehnten neben der männlichen Form „der Wanderer“ die weibliche Form „die Wanderin“.

Anders als bei den meisten Tätigkeits- und Berufsbezeichnungen haben wir hier eine Wortform, die dem die Tätigkeit beschreibenden Wortkern „Wander“ wahlweise die weibliche Endung „in“ oder die männliche Endung „er“ anhängt. Anders als bei den meisten Tätigkeits- und Berufsbezeichnungen müssen sich die Frauen hier nicht damit begnügen, dass einer männlichen Form lediglich ein weibliches „in“ angehängt wird (wie z.B. bei „der Lehrer“ – „die Lehrerin“, „der Macher“ – „die Macherin“ usw.). Warum verwenden wir diese ausgesprochen gleichberechtigte Weise der Wortbildung nicht konsequent bei allen entsprechenden Wörtern?

Nur mal angenommen: Frauenparkplätze...

Nur mal angenommen: Frauenparkplätze gibts jetzt auch für Männer (und für Diverse). Klar, so ein Frauenparkplatz ist komfortabel, wenn man nur von schief nach schräg einparken kann oder unnötigerweise mit einem SUV unterwegs ist. Aber sowohl die Forderung von Frauenparkplätzen für Männer (wirklich wahr!) als auch die Einführung eines dritten Geschlechts lenkt doch nur davon ab, daß es mit der Gleichstellung bei uns noch ziemlich hapert. Und wollen Angehörige des dritten Geschlechtes gerne unter „Diverse“ rangieren? 

Vielleicht kümmern wir uns besser endlich um das hier:

  •  daß Frauen mit „Familienphase“ später mal mehr  Rente bekommen!
  • Daß Frauen gleiche Konditionen am Arbeitsplatz erhalten!
  • Daß Frauen nach der „Familienphase“ in vollem Umfang zurück ins Berufsleben können!
  • Daß Frauen endlich auch mal Männer begrapschen dürfen (pardon, das sollte hier jetzt eigentlich so gar nicht stehen....)
  • Natürlich habe ich hier bestimmt noch einige vergessen, die aber sicher dankbar sind, wenn sie nicht „Diverse“ sein müssen.

Mit der Gleichberechtigung ist es ja so eine Sache: die wirklich wichtigen Fragen sind noch nicht geklärt. Zwar wurde schon viel wurde erreicht, bedenkt man daß Frauen in Deutschland vor 50 Jahren nur mit Erlaubnis ihres Ehemannes arbeiten oder ein Konto eröffnen durften. Dann aber wurden öffentlich BHs verbrannt für die Gleichberechtigung, und mühsam konnten kleine Verbesserungen erzielt werden.

Kleine Verbesserungen sind aber nicht das was frau sich unter Gleichberechtigung vorstellt. Wenn wir uns schon mit überflüssigen Forderungen aufhalten, dann hätte ich hier noch eine, die mir sehr am Herzen liegt: anstelle von Frauenparkplätzen sollte es endlich Frauenchauffeure geben, meinetwegen auf Krankenschein. Dann wäre die Männerwelt auch gleich das Problem „Frau am Steuer“ los.

M. Hiller, im März 2021