Mit dem Ackerbau ist das Rebhuhn aus den Steppen Osteuropas bei uns eingewandert. Es fand in dem vielfältigen Mosaik der Feldflur so gute Lebensbedingungen vor, daß es über Jahrzehnte ein beliebtes Jagdwild war. Heute ist das Rebhuhn extrem selten geworden und aus manchen Gebieten bereits ganz verschwunden. Kleinteilige abwechslungsreiche Kulturen mit Säumen, Brachen, Wegrändern und Hecken sind selten geworden. Auf großräumigen Ackerbauflächen mit nur wenigen Kulturpflanzen und ohne eingestreute Brachen und Säume leben kaum Insekten und Wildkräuter, die für die Ernährung so wichtig sind, außerdem bieten derartige Flächen insbesondere im Herbst und Winter keine ausreichende Deckung für die Familienverbände. Die Paare bevorzugen im Vorfrühling Altgrasstreifen und Brachen, wo ab Ende April bis zu 15 Eier ins gut versteckte Nest gelegt werden. Nur die Henne brütet, der Hahn hält Wache, bei der Jungenführung sind beide Partner beteiligt. Meist schlüpfen die Küken ab Ende Juni Anfang Juli. Als typische Nestflüchter verlassen sie umgehend das Nest und nehmen ihre meist tierische Nahrung auch selbstständig auf. Der Familienverband (Kette) bleibt bis zum Ende des Winters zusammen, erst dann lösen sich die Verbände rechtzeitig vor der neuen Paarbildung wieder auf.
In besonderen Zuchthöfen werden alte und gefährdete Nutztierrassen gezüchtet, betreut und kontrolliert von der Dachorganisation Vielfältige Initiativen zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (VIEH). Der Höfeverband der Nutztier-Archen umfaßt etwa 240 Höfe in Deutschland. Allen gemeinsam ist artgerechte Tierhaltung und traditionelle Fütterung, ohne Leistungsfutter mit weitgehendem Verzicht auf Soja, Eiweißfutter und genmanipulierte Futtermittel. Freilauf oder Auslaufhaltung muß allen Wiederkäuern, Schweinen und Geflügel geboten werden, für Wassergeflügel auch Bademöglichkeit. Spaltenböden sind verboten. Infos: www.vieh-ev.de
Wer am 14.11.17 im SWR-Fernsehen „Marktcheck“ zum Thema Tierwohl gesehen hat, daß bei der "Initiative Tierwohl" Schweine sehr wohl auf Spaltenböden gehalten werden dürfen, Kastration ohne Betäubung, Abschneiden der Ringelschwänze sind erlaubt. Denn hinter Initiative stecken Handelsketten, das Schweinefleisch kostet unter fünf €/kg, davon ist das Tierwohl den Discountern gerade 4 Cent/kg wert, von denen die Tierwohl-Verbesserungen der Landwirte unterstützt werden. (M. Hiller)
Etwa parallel zur Ferienzeit erreichen die Wespennester vor allem der Deutschen (Paravespula germanica) und die Gemeinen Wespe (P. vulgaris) ihre größte Stärke, Die Arbeiterinnen beginnen zu vagabundieren und sind nun vermehrt auf der Suche nach süßen Speisen. Das können Fallobst im Garten oder süße Säfte oder Speisen auf dem Kaffeetisch sein. Aber auch der von Läusen ausgeschiedene Honigtau auf stark verlausten Pflanzen ist für die Wespen attraktiv. Fliegen Wespen auf großer Fläche an Pflanzen sind diese meist verlaust. Sie suchen dort Nahrung. Eingänge zu Nestern sind an regem Flugverkehr auf kleiner Fläche zu erkennen. Nur zwei von acht der bei uns heimischen Wespenarten können wirklich lästig werden, die Deutsche und die Gemeine Wespe, da sie sich auch für Aas interessieren. Alle anderen Arten leben räuberisch und sind nicht am Essplatz anzutreffen.
"Wer seinen Körper gut bewahrt, trägt den Pelz bis Himmelfahrt" - Diese alte Volksweisheit hörte ich kürzlich von Ilse Bonn aus Lindenfels, anläßlich der kalten Tage im Mai. Volksweisheiten und Bauernregeln sind nicht das Verkehrteste, wenn es um die Gesundheit geht. Generationenlange Beobachtungen sind in die Sprüche eingegangen, manche werden zum geflügelten Wort, z.B. „an apple a day keeps the doctor away". Worauf der gute Schulmediziner kontert: „es gibt keine gesunden Menschen, nur schlecht untersuchte."
Das Bundesnaturschutzgesetz regelt wann Gehölzrückschnitte während der Vogelbrutzeit vorgenommen werden dürfen. Für die einheimischen Vögel ist ausreichend Ruhe wesentlich dafür, daß sie sich erfolgreich fortpflanzen können. Schutzvorschriften sorgen dafür, daß Nester und Ruhebereiche aller heimischen Vogelarten nicht beschädigt werden dürfen. Besonders bei der Pflege von Hecken und Bäumen sind diese (BNatSchG, §§ 39 und 44) zu beachten. Das Bundesnaturschutzgesetz setzt den Vogelbrut-Zeitraum bundeseinheitlich auf den 1. März bis 30. September fest, nicht mehr wie früher vom 15. März bis 31. August.
Kleine Zicklein, wehrlose Großmütter, hilflose Kinder – das frißt der Wolf am liebsten, schenkt man den alten Märchen Glauben. Doch auch wenn bereits Jahrhunderte vergangen sind, hält sich die Mär vom zähnefletschenden, kinderfressenden Wolf hartnäckig. Der NABU und zahlreiche Forscher räumen nun mit den Gerüchten auf. Denn: Menschen stehen definitiv nicht auf der Speisekarte. Viel lieber mag Canis lupus Wildtiere, die sich mit ihm den Lebensraum Wald teilen. Ganz selten steht auch mal ein Nutztier auf der Speisekarte, doch nur, wenn diese nicht ausreichend geschützt sind. Die Hinweise auf die genaue Zusammenstellung der Speisekarte des Wolfes liefert das Senckenberg-Forschungsinstitut in Görlitz, das zehn Jahre lang Kotproben von Wölfen aus der sächsisch-brandenburgischen Lausitz analysiert hat.
Amphibien sind die weltweit am stärksten gefährdeten Wirbeltiere. Auch in Deutschland steht mehr als die Hälfte der Frösche, Kröten und Molche auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Ergebnisse eines aktuellen Forschungsvorhabens im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) deuten darauf hin, dass der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft mitverantwortlich für den Rückzug der Amphibien ist. In Versuchen eines Forschungskonsortiums führten Pflanzenschutzmittel schon in anwendungsüblichen Mengen bei Grasfröschen zu Sterblichkeitsraten von 20 bis 100 Prozent. „Amphibien nutzen landwirtschaftliche Flächen als Lebensraum und überqueren sie auf ihren Wanderungen zu den Laichgewässern, “ sagt UBA-Präsident Jochen Flasbarth. „Die Studie zeigt Handlungsbedarf auf. Das Umweltbundesamt hält es für erforderlich, den Schutz der Amphibien in der Produktzulassung, aber auch in der landwirtschaftlichen Praxis stärker zu berücksichtigen.“
Die alten Gruben an der Bergstraße als Winterquartiere für Fledermaus und Co.
In den letzten Jahren arbeitete die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald mit Unterstützung des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald, der zuständigen Gemeinden und der Naturschutzbehörde unermüdlich daran, die alten Bergwerke an der badischen Bergstraße nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und als wertvolle Biotope zu erhalten. Mit der Grube „Marie“ bei Weinheim-Hohensachsen und der Wiederherstellung des Mundloches der Grube „Hülfe Gottes“ entstanden zwei geotouristische Anziehungspunkte, denen weitere folgen sollen. Doch die alten Bergwerke an der badischen Bergstraße dienen auch vielen Tieren als Kleinbiotop und als Rückzugsgebiet zum Laichen, besonders aber zum Winterschlaf. Der Geo-Naturpark und die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald arbeiten daher eng mit dem Naturschutz zusammen, um eine bestmögliche Abstimmung zu erreichen.
Was Bäume uns über Störfelder sagen können: Die alte Volksweisheit mit den Buchen und den Eichen ist nicht zur Anwendung empfohlen, da sich Blitzentladungen meist am höchsten Punkt und nicht an Kalendersprüchen orientieren. Allerdings können Bäume schon etwas aussagen über die Beschaffenheit ihrer Umgebung. Buchen meiden Störfelder im Untergrund, auch Wasseradern mögen sie nicht. Eichen dagegen wachsen gerade dort. Hunde bevorzugen Plätze mit positiver Ausstrahlung, Katzen wiederum lieben Orte mit Störfeldern (das knistert so schön...).