Wikipedia - Community vs. KI

Immer wenn Sie in einer Rundfunkreklame oder in einer Bild- bzw. Filmszenenunterschrift lesen "mit KI generiert", dann wurde wieder ein Sprecher oder ein Darsteller arbeitslos. Auch eine Gemeinschaft wie Wikipedia bleibt nicht verschont, und die großen KI-Firmen kaufen die Antiquariate leer, um ihre KI zu trainieren - und vernichten die historischen Werke dann!!!

Wikipedia als Lexikon der Welt ist ein "Gemeinschaftsprojekt" und lebt von der Mitarbeit vieler Freiwilliger die Artikel schreiben, korrigieren, erweitern oder sich an den Diskussionen über einen Artikel beteiligen. Wer etwas beizutragen hat kann sich anmelden und mitmachen. Jeder kann einen neuen Eintrag erstellen oder einen vorhandenen korrigieren bzw. erweitern. Dazu muss man sich mit der Bedienung und der Art wie Einträge erstellt und formatiert werden vertraut machen. Und natürlich an die Regeln halten die sich das Projekt gegeben hat.

Wie in allen Gemeinschaften, egal ob groß oder klein, geht es nicht ganz konfliktfrei zu. Bei den Wikipedianern steht der Diskussionsbereich zu Verfügung um unterschiedliche Ansichten zu diskutieren. Und es gibt Menschen die als Administrator eine gewisse Macht haben um Entscheidungen zu treffen.

Das "Schwarmwissen" soll so zu guten und korrekten Einträgen führen. Freies Wissen, kostenlos und für alle erreichbar, das ist das Ziel des Projektes. Der Umfang des Online-Lexikon ist mittlerweile enorm. Über 3,1 Millionen Einträge in deutscher Sprache sind seit 2001 entstanden, es gibt Wikis in über 300 Sprachen.
Die Qualität der Wikipedia-Einträge wird auch überwiegend als gut angesehen. Es ist die Anlaufquelle für Recherchen aller Art geworden.

Das erfordert aber auch einiges an Organisation und Resourcen im Hintergrund. So bedarf es einer Menge an Servern und Speicherplatz um die Daten zu halten und die Anfragen schnell zu beantworten. Die Software hinter der Wikipedia muss auch weiterentwickelt werden. Es kommt immer wieder zu rechtlichen Fragen, zum Beispiel Urheberrecht, Haftung, Persönlichkeitsrecht, etc. Weltweit ist die "Wikimedia Foundation" federführend, in Deutschland kümmert sich der "Wikimedia Deutschland e.V." darum. Das alles kostet viel Geld. Geld das überwiegend durch Spenden und Mitgliedsbeiträgen des Vereins eingenommen wird. Das Projekt lebt also inhaltlich und finanziell von einer aktiven Gemeinschaft.

Nehmen ohne zu geben

Für die KI-Firmen ist die Datenmenge natürlich ein gefundenes Fressen. Es ist einfach verfügbar und kostenlos. Kein Wunder dass sich KI-Bots auf die Server der Wikipedia stürzen um die Daten für das Training ihre KI-Modelle zu verwenden.
Chat-GPT antwortet bei etlichen Fragen mit einer Zusammenfassung aus der Wikipedia und erweckt den Anschein von eigenem Wissen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Suchmaschinen verlinkt GPT aber nicht auf die Wikipedia. Für das freie Projekt bringt das einige Probleme mit sich. Die Sichtbarkeit lässt nach, auf Dauer kann das zu einem Rückgang der freiwilligen Autoren führen. Weniger Sichtbarkeit wird auch die Anzahl der Spenden reduzieren.

Die KI-Bots belasten die Server und das Netzwerk enorm, was zu deutlich höheren Kosten führt.

Eine Gegenleistung seitens der KI-Konzernen findet man leider noch nicht.
Die Wikimedia-Foundation möchte dem entgegensteuern und bietet eine kostenpflichtige Schnittstelle für den Zugriff der KI-Firmen an. Doch sie kann nicht verhindern, dass die Daten weiterhin ohne zu zahlen abgegriffen werden.

Auch andere Gemeinschaftsprojekte, wie z.Bsp. OpenStreetMap, openFoodfacts werden mehr oder weniger in ähnlicher Form von der KI Entwicklung betroffen sein.

Weiterführende Links https://www.wikimedia.de/wp-content/uploads/2026/08/Kuenstliche_Intelligenz_und_Freies_Wissen.pdf

https://www.wikimedia.de/projekte/

https://www.wikimedia.de/ueber-uns/der-verein/organigramm/

https://de.openfoodfacts.org/

Um die Gefahr, vor der aktuell selbst die größten KI-Firmen warnen, nämlich die Verselbständigung der KI, geht es im nächsten Heft.

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