Pflanzen erkennen per App: Flora Incognita

Im Sommer 2026 stellten wir Odenwälder Artenvielfalt und eine Kartierungsaktion vor. Solche Kartierungen werden nicht nur von Wissenschaftlern, sondern auch von fachkundigen Laien durchgeführt und geben Aufschluß über Veränderungen in der Pflanzenwelt, etwa Reaktionen auf heißere Sommer oder über Neophyten, Pflanzen aus anderen Klimazonen, die sich jetzt auch bei uns wohlfühlen.

Wer einfach nur aus Spaß auf die Suche nach Pflanzen in der Natur oder im Garten geht, kann Bestimmungsapps wie Flora Incognita nutzen. Dieser Spaß hat sogar einen Extra-Nutzen: die Daten werden gesammelt, mit Datum und Fundort. Es gibt in der App verschiedene wissenschaftliche Projekte, die auf solche Daten zugreifen und Ihre Sammelaktivität in der Natur als Citizen Science Plattform nutzen. Daten zu invasiven Arten auf öffentlichem Gelände werden an die zuständigen Naturschutzbehörden weitergegeben. Die Projekte sind im QR-Code aufgeführt. Im Projekt PollenNet werden Vorkommen von allergenen Pflanzen wie Beifuß und Ambrosia gesammelt.

Sie können Ihre Bestimmungsapp anonym oder personalisiert nutzen.

Ich habe beispielsweise als Erstfund ein Portulakpflänzchen erfaßt - im Wetterpark in Offenbach. Die App liefert mir alle wichtigen Infos zur Art, ihrem Vorkommen und ihrem Lieblingsstandort, ihrer ökologischen Bedeutung und Verbreitung, und was man mit ihr machen kann. Portulak zum Beispiel ist eßbar. Ein paar Tage später entdeckte ich ein unscheinbares Portulakpflänzchen in der Friedhofstraße Reichenbach: es wuchs unverzagt aus der Fuge zwischen Hausmauer und Bürgersteig.

Wer fleißig Pflanzen aufnimmt, erhält verschiedene Abzeichen - ein Anreiz, jeden Tag mit Flora Incognita auf die Suche zu gehen. Es gibt verschiedene Kategorien, so habe ich im Krehbergwald in einer Dreiviertelstunde 22 Zeigerpflanzen »Schatten« entdeckt - und ein Abzeichen "gewonnen-".

Flora Incognita https://floraincognita.de/citizen-science/

M. Hiller

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