Pflanzenporträt für Februar: das Gänseblümchen (Bellis perennis) - Kleines Winterwunder am Wegesrand
Wenn draußen noch alles nach Winter aussieht, macht es das Gänseblümchen oft schon vor: Es blüht unermüdlich und am liebsten dort, wo der Mensch unterwegs ist – auf Wiesen, in Gärten und an Wegrändern. Und das Beste: Es ist nicht nur hübsch, sondern auch essbar und vielseitig nutzbar.

So erkennst du das Gänseblümchen sicher:
• Blätter: eine bodennahe Rosette, spatelförmig bis verkehrt-eiförmig, meist leicht behaart.
• Blüte: typisch sind weiße Zungenblüten (manchmal rosa überlaufen) und ein gelber Blütenkorb in der Mitte.
• Stängel: blattlos, trägt jeweils nur eine Blüte.
• Standort: trittfest, liebt kurz gehaltene Wiesen (Rasen ist oft ein Volltreffer).
In der Küche – „Wildes Wissen“ ganz unkompliziert
• Blüten sind mild und dekorativ: aufs Brot, in Salate, über Suppen oder als Topping auf Eierspeisen.
• Junge Blätter schmecken leicht nussig bis herb: fein geschnitten in Kräuterquark, Kräuterbutter oder als Salatbeigabe.
• Schneller Alltagstipp: Blüten + junge Blätter kurz waschen, trocken tupfen und als “wilde Streu” über ein Butterbrot geben – simpel, schön, lecker.
In der Hausapotheke – traditionell genutzt
Volksheilkundlich wurde das Gänseblümchen u. a. bei kleinen Hautverletzungen, Prellungen und Hustenbeschwerden eingesetzt – häufig innerlich als Tee oder äußerlich als Umschlag. Wissenschaftlich ist vor allem bekannt, dass es verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe enthält (z. B. Flavonoide und Gerbstoffe): Flavonoide gelten als antioxidativ und können entzündungsmodulierend wirken, Gerbstoffe wirken zusammenziehend (adstringierend) und werden traditionell genutzt, um oberflächliche Reizungen zu beruhigen und das Gewebe leicht abzudichten.
Sammelhinweise (kurz & wichtig)
Achtung: Bei Korbblütler-Allergie (Asteraceae) vorsichtig testen oder meiden.
Wie bei allen Wildpflanzen gilt zur eigenen Sicherheit: nur sicher bestimmte Wildpflanzen sammeln und nutzen. Bei Zweifeln lieber die Finger weg oder einen Wildpflanzenkurs besuchen. Zum Beispiel bei natur-rockt.de hier im Lautertal.
Christa Jöckel ist auf einem kleinen Bauernhof im Odenwald aufgewachsen, umgeben von Wiesen, Wäldern und Feldern. Schon als Kind am glücklichsten draußen – in der Sommersonne im Gras liegend, auf Bäume kletternd oder mit Beerenflecken an den Fingern. Die Natur war Spielplatz, Naschgarten und eine unerschöpfliche Quelle an kleinen und großen Wundern. Pflanzen und Pilze zu sammeln war so selbstverständlich wie das Atmen. Heute führt die Pilzsachverständige Interessierte durch Wald und Flur - bei Kursen zum Erkennen und Sammeln von Wildkräutern und Pilzen. Ihr Anliegen ist es auch, Ihre gesammelten Pilze in einer Korbkontrolle zu prüfen. Mehr Infos dazu auf natur-rockt.de.
Auf dieser Seite stellt Christa Jöckel jeden Monat ein Pflanzenporträt vor.