In der Natur kann man sehen, hören, riechen, fühlen - alles was da ist. Was früher da war, dafür gibt es ein mächtiges Archiv: unseren Boden!
Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) ist Schirmherr über die Aktion "Boden des Jahres 2026 - da steckt Geschichte drin!" Ziel ist, das Wissen um das Schutzgut Boden als elementare Ressource im Jahr 2026 in die breite Öffentlichkeit zu tragen und so das Bodenbewusstsein nachhaltig zu stärken.

Lössboden mit schwarzem Ascheband, das vor ca. 18 000 Jahren nach Vulkanausbrüchen in der Eifel im Hintertaunus abgelagert wurde © HLNUG
Jede Bodenschicht ist ein Kapitel der Natur- und Kulturgeschichte – ein stiller Zeuge früherer Landschaften, Lebensräume und Klimabedingungen. Boden spielt eine zentrale Rolle als Lebensgrundlage, Klimaschützer und Wissensspeicher der Erde. Von der Filterung unseres Trinkwassers bis zur Speicherung von Kohlenstoff brauchen wir ihn. Als Beispiel auf dem Plakat wird ein Kohlenmeiler gezeigt: der Kohlenmeilerboden erzählt von der historischen Waldnutzung und der früheren Bedeutung von Holzkohle als Energieträger.
Auf den Seiten des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie finden Sie den umfangreichen Veranstaltungskalender, eine Kinderseite und spannende Archiveinblicke zum Beispiel in den Kohlenmeilerboden oder in die Grenzbesfestigung des römischen Limes. Bodeninformationsstationen, Materialien und ein Video über das Erstellen eines Kastenprofils (Darstellung des Bodenarchivs) finden Sie hier: https://www.hlnug.de/themen/boden/erleben/boden-des-jahres - außerdem alles über die Böden des Jahres seit 2005: Waldboden, Ackerboden, Löss-, Watt-, Humus-, Garten- oder Stadtboden mit zahlreichen weiterführenden Infos.

Bodenkundler bei der Probennahme aus einem Archivboden © HMLU

Kohlenmeilerboden aus dem Taunus (Fotomontage) © HLNUG
Mein Lieblingsboden ist der auf dem Foto unten, denn auch er ist ein Archivboden: am schwarzen Buckel in Gadernheim - erkennbar auf dem Bild auf der linken Ackerseite als grauschwarzer Fleck - wurde früher Graphit abgebaut, und das Stollenmundloch lag dort, wo der Fleck ist. Durch Pflügen wurden die Graphitreste um das Mundloch breit in der Erde verteilt.

im Winter gut sichtbar bevor das Grün auf dem Acker sprießt - der breitgepflügte Fleck schwarzer Erde M. Hiller

schwarze Erde und "normale" Erde vom Schwarzen Buckel - Foto M. Hiller
Mehr zum Graphitabbau habe ich in meinem Jahrbuch 2022 "Das Felsenmeer - Steine Bergwerke Steinbrüche im Odenwald" für Sie zusammengetragen. Sie erhalten es bei der Redaktion unter
Zur Verkündung des Boden des Jahres 2026 gibt es hier weitere Informationen des HLNUG zur öffentlichen Feier am 05.12.2025 : https://www.hlnug.de/presse/pressemitteilung/hessen-uebernimmt-schirmherrschaft-fuer-den-archivboden
Weitere Informationen und spannende Veranstaltungen im Jahr 2026 finden Sie auf der Seite www.hlnug.de/boden-des-jahres zum Beispiel in Messel, Wiesbaden, Mossautal und im Umweltbildungszentrum Schatzinsel Kühkopf - aber auch in ganz Hessen!
M. Hiller