In diesem Beitrag finden Sie verschiedene Informationen von Hessenforst. www.hessen-forst.de Instagram: @landesbetrieb.hessenforst
August 2026 -Forschungsteam generiert hochaufgelöste Satellitenbilder mittels künstlicher Intelligenz (KI)
Waldschäden nehmen durch den Klimawandel zu, auch in Hessen, einem der waldreichsten Bundesländer Deutschlands. Das gemeinsame Forschungsprojekt „SENSURE Wald“ der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA), des Landesbetriebs HessenForst und der Hochschule RheinMain (HSRM) entwickelt seit diesem Jahr KI-Modelle, die die räumliche Auflösung von Satellitendaten verbessern und so Veränderungen des Waldes exakter und schneller erfassen können. Dadurch sollen Waldzustandsanalysen schnell durchgeführt und Maßnahmen wie z. B. Aufforstung oder Holzernte rasch an aktuelle Gegebenheiten angepasst werden können.
„Mit unserem neuen Super-Resolution-Verfahren wollen wir zukünftig auch kleine Schadflächen in hessischen Wäldern lokalisieren. Wir generieren mit Methoden des maschinellen Lernens, insbesondere der KI, aus Satellitendaten des Copernicus-Programms der EU hochaufgelöste, detailreichere Bilder. Darüber hinaus entwickeln wir darauf abgestimmte KI-Modelle, die eine automatisierte und effiziente Erfassung geschädigter Waldflächen mit hoher Genauigkeit und Aktualität ermöglichen – und das ohne die bisher aufwendige manuelle Zuarbeit“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Schwanecke, Informatiker an der HSRM.
SCHNELLE UND HOCHWERTIGE INFORMATIONEN FÜR FORSTBETRIEBE UND BEHÖRDEN
Die geplanten Modelle sollen einen Beitrag zur Sicherung einer nachhaltigen, multifunktionalen Waldbewirtschaftung unter den Bedingungen des Klimawandels leisten. „Wir wollen für Forstbetriebe und Behörden digitale Werkzeuge schaffen, die schnell und zuverlässig hochwertige Informationen über Veränderungen im Wald bereitstellen.“, sagt Dr. Mengistu Abiy, Sachbereichsleiter für forstliche Geoinformationen beim Landesbetrieb HessenForst. Hierbei ist der Aufbau weitgehend automatisierter Prozesse ein wesentliches Element, ebenso die Entwicklung eines Systems, das die hergeleiteten Waldschadensdaten auf Plausibilität überprüft. „Alle im Rahmen des Projekts entwickelten Softwarekomponenten – einschließlich der zugehörigen Dokumentationen – sollen als Open-Source-Produkte veröffentlicht und hierdurch einem breiten Kreis von Anwenderinnen und Anwendern zugänglich gemacht werden“, sagt Florian Franz, NW-FVA. Um die entwickelten Anwendungen für den Gebrauch in der Praxis, etwa in Forstbetrieben und Behörden, nutzbar zu machen, ist die Kooperation mit IT-Unternehmen des öffentlichen Sektors vorgesehen.
ZUM FORSCHUNGSPROJEKT „SENSURE WALD“
Das Forschungsprojekt „Sentinel-2-Super-Resolution mit Methoden der Künstlichen Intelligenz zur fernerkundungsbasierten Erfassung von Waldschadensflächen“ (SENSURE Wald; Förderkennzeichen 2224NR028B) wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“ durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) noch bis März 2029 gefördert. Das Fördervolumen beträgt insgesamt 633.000 Euro.
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Juli 2026 - Deutsche Bahn und HessenForst: Gemeinsam für starke Waldränder und klimaresiliente Wälder
Einzigartiges Projekt für klimastabile und artenreiche Waldränder entlang der geplanten Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim auf rund 90 Hektar • Bis 2033 werden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt
(Frankfurt am Main, 15. Juli 2026) Die Deutsche Bahn (DB InfraGO AG) und HessenForst schließen eine in Hessen bislang einzigartige Vereinbarung: Entlang der geplanten Neubaustrecke Frankfurt – Mannheim werden Waldränder gezielt ökologisch aufgewertet und zukunftsfähig entwickelt. Ziel ist es, Eingriffe durch das Infrastrukturprojekt auszugleichen und gleichzeitig die Widerstandskraft angrenzender Wälder gegenüber dem Klimawandel deutlich zu erhöhen.
Auf einer Fläche von rund 90 Hektar im Staatswald des Forstbezirks Darmstadt (Westwald) werden in den kommenden Jahren vielfältige Maßnahmen umgesetzt. Neben gezielten Pflanzungen setzen die Partner auf natürliche Verjüngung und die Förderung standortgerechter Baum- und Straucharten. Bereits jetzt wurden über 20.000 junge Bäume gepflanzt, darunter Spitzahorn, Winterlinde, Esskastanie, Hainbuche und Stieleiche. Diese Baumarten gelten als widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit und tragen dazu bei, stabile, artenreiche Mischwälder zu entwickeln. So entstehen vielfältige, gestufte Waldränder, die Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten und gleichzeitig die angrenzenden Bestände schützen.
Jörg Ritzert, Projektleiter der DB InfraGO AG, sagt: „Mit der Vereinbarung setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt, um Infrastrukturentwicklung und Naturschutz in Einklang zu bringen. Die Stabilisierung der Waldränder entlang der Neubaustrecke ist ein zentraler Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Projekts und stärkt gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit unserer Wälder.“
Jürgen Hey, Sachbereichsleiter „Liegenschaftsmanagement“ der Landesbetriebsleitung HessenForst, ergänzt: „Die Zusammenarbeit mit der DB InfraGO AG zeigt, wie Infrastrukturprojekte und Waldbewirtschaftung sinnvoll miteinander verzahnt werden können. HessenForst steht für praxisnahes Know-how bei der Entwicklung klimastabiler Wälder. Durch die frühzeitige Entwicklung stabiler, standortgerechter Waldränder schaffen wir nicht nur einen wirksamen Schutz für die Bestände, sondern leisten gleichzeitig einen Beitrag zur ökologischen Aufwertung und zur Anpassung unserer Wälder an die Herausforderungen des Klimawandels.“
Die vertraglich geregelten Maßnahmen werden über einen Zeitraum von acht Jahren (2026–2033) umgesetzt. Die Waldrandentwicklung ist Teil umfangreicher naturschutzrechtlicher Ausgleichsmaßnahmen für das Gesamtprojekt. Für das Gesamtprojekt sind insgesamt Kompensationsflächen von rund 1.000 Hektar vorgesehen. Die Vereinbarung kann zudem als Modell für ähnliche Maßnahmen in kommunalen und privaten Wäldern dienen.
Auch im südlichen Streckenabschnitt wurden bereits erste Maßnahmen gestartet: Entlang der Riedbahn im Bereich des Mannheimer Kollekturwalds bei Schönau erfolgt der Aufbau neuer Waldränder in Zusammenarbeit mit der Landschaftsagentur+.
Das Neubauprojekt Frankfurt – Mannheim ist sowohl ein Projekt für den Deutschlandtakt als auch Teil des Infrastrukturentwicklungsprogramms Frankfurt RheinMain plus, das gemeinsam vom Bund, dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und der Deutschen Bahn für die Mobilitätswende vorangetrieben wird. Weitere Informationen unter: www.frankfurt-mannheim.de
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April 2026 - HESSENFORST SETZT NATURSCHUTZLEITLINIE UM: Neue Naturschutzkonzepte für den Staatswald
Die hessischen Forstämter haben gemeinsam mit Naturschutzverbänden und -behörden festgelegt, wo Maßnahmen für Artenvielfalt, Lebensräume und Wasserhaushalt am meisten bewirken.
Der Landesbetrieb HessenForst hat für alle Forstämter in Hessen Lokale Naturschutzkonzepte erarbeitet. 32 von 39 Naturschutzkonzepten sind veröffentlicht, die übrigen folgen im Laufe des Jahres. Damit liegt für den gesamten hessischen Staatswald eine konkrete Planung vor, wie Natur- und Artenschutz vor Ort noch gezielter umgesetzt werden können. Die Konzepte sorgen dafür, dass Naturschutzmaßnahmen dorthin gelenkt werden, wo sie für die biologische Vielfalt den größten Nutzen entfalten.
Grundlage der Lokalen Naturschutzkonzepte ist eine umfassende Auswertung vorhandener Informationen über seltene Arten, wertvolle Lebensräume, Schutzgebiete und besondere Waldstandorte im Staatswald. Hinzu kommen die Erfahrungen der Försterinnen und Förster vor Ort sowie Hinweise aus Naturschutzverbänden und Fachbehörden, die an der Erarbeitung beteiligt waren. So entsteht für jedes Forstamt ein eigener Plan, der auf die örtlichen Besonderheiten abgestimmt ist.
„Mit den Lokalen Naturschutzkonzepten schaffen wir eine klare Grundlage, um Naturschutz im Staatswald noch wirksamer und standortgenauer umzusetzen“, erklärt der kommissarische Landesbetriebsleiter von HessenForst Dr. Bernhard von Finckenstein. „Wir können Maßnahmen damit gezielt dort ansetzen, wo seltene Arten, wertvolle Lebensräume und sensible Waldbereiche besonders davon profitieren.“
NATURSCHUTZ GEZIELT STEUERN
Die Lokalen Naturschutzkonzepte helfen dabei, die vorhandenen Mittel und personellen Ressourcen gezielt einzusetzen. Statt einzelne Maßnahmen nur punktuell umzusetzen, wird für jedes Forstamt festgelegt, welche Flächen besonders wichtig sind, welche Ziele dort verfolgt werden und welche Schritte in den kommenden Jahren Priorität haben. Das macht den Naturschutz im Staatswald planbarer, transparenter und wirksamer.
Dabei geht es zum Beispiel um den Schutz seltener Tier- und Pflanzenarten, die Aufwertung wertvoller Lebensräume, den Erhalt alter und strukturreicher Bäume sowie um die Wiederherstellung naturnaher Wasserverhältnisse im Wald. Auch Maßnahmen wie die Sicherung von Horstbäumen, die Pflege von Waldwiesen, die Entwicklung artenreicher Waldränder oder die Renaturierung von Feuchtflächen können Bestandteil der Konzepte sein.
BEITRAG FÜR WALD UND KLIMA
Die Lokalen Naturschutzkonzepte sind ein zentrales Element der Naturschutzleitlinie 2025 für den Hessischen Staatswald. Diese Leitlinie verbindet das Ziel, die biologische Vielfalt zu erhalten, mit der Aufgabe, den Wald nachhaltig an die Bedingungen des Klimawandels anzupassen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt deshalb auch auf dem Wasserrückhalt im Wald, also darauf, Wasser länger in der Fläche zu halten und Quellen, Moore, Bäche sowie Feuchtwälder zu schützen und zu verbessern.
Davon profitieren nicht nur viele seltene Arten, sondern auch der Wald selbst. Denn ein strukturreicher, artenreicher und wasserreicher Wald ist besser auf Trockenheit, Hitze und extreme Wetterereignisse vorbereitet. Die Lokalen Naturschutzkonzepte leisten damit einen wichtigen Beitrag, den Staatswald widerstandsfähig und lebendig zu erhalten.
„Unsere Wälder erfüllen für uns viele wichtige Funktionen. Sie sind Lebensräume, Erholungsorte und Rohstofflieferanten. Sie halten Luft und Wasser rein und leisten einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz.“, so von Finckenstein. „Mit den Lokalen Naturschutzkonzepten stellen wir sicher, dass wir die Natur dort stärken, wo sie unsere Unterstützung am dringendsten braucht und wo sie für die Artenvielfalt am meisten bewirken kann.“
WAS GESCHIEHT VOR ORT?
In den kommenden Wochen werden die Forstämter ihre jeweiligen Konzepte auch vor Ort vorstellen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Bürgerinnen und Bürger können sich so ein Bild davon machen, welche Naturschutzschwerpunkte in ihrem Forstamt gesetzt werden und welche Maßnahmen in ihrer Region geplant sind. Das lokale Naturschutzkonzept Ihres Forstamtes finden Sie auch unter www.hessen-forst.de/naturschutz.
April 2026 - HessenForst: Hessens Wälder wachsen wieder
HessenForst erreicht Meilenstein bei Wiederbewaldung: 10.000 Hektar, 27 Millionen Bäume – Hessens Wälder wachsen wieder; Der Landesbetrieb HessenForst zieht Resümee nach Abschluss der Pflanzsaison 2025/2026: Meilenstein bei der Wiederbewaldung und Rekord-Beteiligung bei Pflanzaktionen.
Mit dem Ende der Pflanzsaison 2025/2026 zieht HessenForst eine erfreuliche Bilanz: Ein wichtiger Meilenstein bei der Wiederbewaldung geschädigter Waldflächen wurde erreicht und die landesweite Mitmachaktion „Dein Tag für den Wald" verzeichnete so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie noch nie zuvor.
Seit den verheerenden Extremwetterereignissen ab 2018 hat HessenForst nun rund 10.000 Hektar der über 40.000 Hektar umfassenden Schadflächen im hessischen Staatswald aktiv wiederbewaldet. Seit Beginn der Wiederbewaldung wurden insgesamt 27 Millionen junge Bäume gepflanzt – allein in der zurückliegenden Pflanzsaison 2025/2026 kamen 2,7 Millionen Pflanzen hinzu.
Im Mittelpunkt der aktuellen Saison standen erneut klimaangepasste Baumarten: Besonders häufig wurden Eiche und Douglasie gepflanzt. Beide Arten zeichnen sich durch eine hohe Trockenheitstoleranz aus und liefern zugleich wertvolles Holz für Möbel, den Hausbau und andere hochwertige Anwendungen – ein wichtiger Beitrag sowohl für Klimaschutz und -anpassung als auch zur nachhaltigen Holzversorgung.
Natur und Forstleute arbeiten Hand in Hand
Neben der aktiven Aufforstung profitiert HessenForst zunehmend von natürlichen Prozessen: Auf großen Teilen der Schadflächen haben sich Bäume durch natürliche Ansamung selbst etabliert. Wo sich bereits ein artenreicher, standortgerechter und klimastabiler Mischwald entwickelt, übernehmen die Försterinnen und Förster diese Naturverjüngung und unterstützen sie gezielt.
Auf Flächen, auf denen die natürliche Verjüngung zu wenig Baumartenvielfalt aufweist, werden ergänzend weitere klimastabile Arten nachgepflanzt. Dort, wo sich Baumarten verjüngt haben, die mit dem künftigen Klima nicht gut zurechtkommen, passen die Forstleute die Bewirtschaftung so an, dass möglichst schnell ein Waldumbau hin zu besser geeigneten Baumarten möglich wird.
Neue Schwerpunkte: Pflege und Waldumbau
Mit dem Fortschreiten der Wiederbewaldung verlagert sich der Arbeitsschwerpunkt von HessenForst: Die Pflege der jungen, neu entstandenen Wälder gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, eine möglichst intensive Durchmischung verschiedener Baumarten zu sichern und so stabile, strukturreiche Mischwälder zu entwickeln. Gleichzeitig bleibt der aktive Waldumbau in bestehenden Fichten- und Buchenwäldern ein zentrales Handlungsfeld.
„Der Wald von morgen entsteht heute – durch umsichtige Planung, engagierte Forstleute und die tatkräftige Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger", betont Pressesprecher Moritz Frey. „Wir sind stolz auf das Erreichte und blicken mit Zuversicht auf die weitere Entwicklung unseres Staatswaldes."
Rekord bei „Dein Tag für den Wald"
Die landesweite Pflanzaktion „Dein Tag für den Wald" erlebt 2026 ihren bisher größten Zuspruch: Knapp 2.900 freiwillige Helferinnen und Helfer beteiligten sich an der Aktion – so viele wie in keinem Jahr zuvor. Gemeinsam pflanzten sie rund 21.600 Bäume und unterstützten darüber hinaus vielfältige weitere Maßnahmen, darunter Müllsammelaktionen in den Wäldern.
Die Aktion findet jährlich rund um den Internationalen Tag des Waldes am 21. März in den hessischen Forstämtern statt und bietet allen Interessierten die Möglichkeit, den Wald aktiv mitzugestalten. „Die Bereitschaft, Zeit und Kraft für unsere Wälder einzusetzen, ist beeindruckend und bewegt uns sehr. Jede einzelne gepflanzte Eiche, jede Douglasie, die in die Erde gebracht wird, ist ein gutes Zeichen für unseren Wald. Denn wer selbst einmal einen Baum gepflanzt hat, entwickelt eine ganz andere Bindung zum Wald und trägt diese Botschaft in sein persönliches Umfeld weiter. Der hessische Wald hat dieses Jahr somit viele neue Botschafterinnen und Botschafter gewonnen. Wir danken allen Beteiligten von Herzen für dieses außergewöhnliche Engagement", so Frey.
Engagement weiterhin möglich
Wer sich über die Pflanzaktionen hinaus für den hessischen Staatswald einsetzen möchte, kann die Klimaanpassung mit einer Spende unterstützen. Weitere Informationen finden sich auf der Website von HessenForst unter dem Stichwort „Unser Wald".
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Mai 2025 - Gemeinsam für Hessens Zukunftswälder: Erfolgreiche Pflanzsaison und starkes Bürgerengagement
Der Landesbetrieb HessenForst zieht eine positive Bilanz der Frühjahrspflanzsaison 2025. Besonderer Dank gilt den hessischen Bürgerinnen und Bürger für ihre Beteiligung bei öffentlichen Pflanzaktionen. Der Landesbetrieb HessenForst blickt auf eine erfolgreiche Frühjahrspflanzsaison zurück: Rund 2 Millionen junge Bäume wurden auf einer Fläche von etwa 700 Hektar in Hessens Wäldern gepflanzt. Ziel dieser großangelegten Aktion war es, die Wälder klimastabil wiederaufzubauen und sie fit für die Herausforderungen des Klimawandels zu machen.
Die Pflanzungen sollen den Grundstein für die Entwicklung strukturreicher Mischwälder legen, die aus mehreren standortgerechten und trockenstresstoleranten Baumarten bestehen. Gepflanzt wurden sowohl Laubbaumarten wie Eiche und Ahorn als auch Nadelbaumarten wie Douglasie und Tanne. Diese Vielfalt erhöht die Anpassungsfähigkeit des Waldes, streut Risiken und sorgt dafür, dass der hessische Staatswald auch künftig seine wichtigen Funktionen als Rohstofflieferant, CO₂-Senke, Lebensraum und Erholungsort erfüllen kann.
Herausforderung durch Trockenheit
Eine besondere Herausforderung für die frisch gepflanzten Bäumchen war das Ausbleiben der Frühjahrsniederschläge. Die anhaltende Trockenheit führte bereits zu Ausfällen unter den jungen Pflanzen. Dennoch besteht die Hoffnung, dass die seit Kurzem einsetzenden Niederschläge schlimmeres verhindert haben. HessenForst wird die
Ein besonderer Dank gilt den rund 1.500 Bürgerinnen und Bürgern, die sich im Rahmen der landesweiten Pflanzaktionen “Dein Tag für den Wald” engagiert haben. Bei 40 Veranstaltungen in den hessischen Forstämtern wurden gemeinsam etwa 13.000 junge Bäume in die Erde gebracht. Die Aktion findet jährlich rund um den Internationalen Tag des Waldes am 21. März statt und bietet allen Interessierten die Möglichkeit, sich aktiv für den Erhalt und die Zukunft der hessischen Wälder einzusetzen. „Das große Engagement der Bürgerinnen und Bürger bei unseren Pflanzaktionen ist ein starkes Zeichen für die Verbundenheit der Menschen mit dem Wald. Gemeinsam schaffen wir die Grundlage für zukunftsfähige, klimaresiliente Wälder in Hessen. Für diesen Einsatz und die Unterstützung möchten wir uns herzlich bedanken.“, betont der Pressesprecher des Landesbetriebs HessenForst Moritz Frey.
Aktive Waldbewirtschaftung als Schlüssel zur Klimaanpassung
Die Erfolge der Pflanzsaison unterstreichen die Bedeutung einer aktiven, multifunktionalen Waldbewirtschaftung. Durch gezielte Pflanzungen, Pflegemaßnahmen und Durchforstungen entwickelt HessenForst strukturierte Mischwälder, die dem Klimawandel trotzen und als CO₂-Senken wirken. Die nachhaltige Holznutzung liefert zudem einen wertvollen Rohstoff, der fossile Baustoffe ersetzt und Kohlenstoff langfristig bindet. Wissenschaftsbasierte Standortanalysen ermöglichen es, den Anteil klimastabiler Baumarten gezielt zu erhöhen und so die Anpassungsfähigkeit der Wälder zu stärken.
Unterstützung weiterhin möglich
Wer sich über die Pflanzaktionen hinaus für den hessischen Wald engagieren möchte, kann die Klimaanpassung des Staatswaldes weiterhin mit Spenden unterstützen. Weitere Informationen dazu finden sich unter dem Stichwort „Unser Wald“ auf der Website von HessenForst.
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April 2024 - Mehr Flexibilität für den Waldumbau: HessenForst kündigt Moratorium der Zertifizierung nach dem Standard des Forest Stewardship Council Deutschland (FSC) an
Der Landesbetrieb HessenForst hat heute offiziell ein Moratorium der FSC-Zertifizierung bekanntgegeben. Die Entscheidung erfolgte auf Grundlage eines Beschlusses des Hessischen Landtags, um flexibleres Handeln bei der Klimaanpassung des Staatswaldes zu ermöglichen. Abstriche bei der verantwortungsvollen, nachhaltigen und naturnahen Waldbewirtschaftung wird es nicht geben.
Der Landesbetrieb HessenForst hat heute bekannt gegeben, die FSC-Zertifizierung des Staatswaldes mit einem Moratorium bis März 2028 zu belegen. Der Entscheidung ging ein Beschluss des Hessischen Landtags voraus. HessenForst erlangt damit einen größeren Handlungsspielraum für die Wiederbewaldung und Klimaanpassung des Staatswaldes. Während des Moratoriums wird eine Evaluierung der Wirkung der FSC-Standards in Zusammenarbeit mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt durchgeführt.
Trotz kontinuierlicher Dialoge mit den FSC-Gremien und nach mehrfachen, vergeblichen Anläufen von HessenForst blieb eine Anpassung des Zertifizierungsstandards an die aktuellen Herausforderungen im Angesicht des Klimawandels aus.
Der starre Waldstandard und der hohe bürokratische Aufwand unter FSC stellten für den Landesbetrieb erhebliche Hürden bei der Bewältigung der klimatisch bedingten Waldschäden dar. „Unsere wichtigste Aufgabe ist es, die uns anvertrauten Wälder auf den Klimawandel vorzubereiten. Nur stabile Waldökosysteme können auch in Zukunft ihren wichtigen Klimaschutzbeitrag erbringen.“, erklärt Landesbetriebsleiter Michael Gerst. „Die Entscheidung für ein Moratorium und damit die FSC-Zertifizierung ruhen zu lassen, bedeutet jedoch nicht, dass bei der verantwortungsvollen, nachhaltigen und naturnahen Waldbewirtschaftung Abstriche gemacht werden.“ Im Gegenteil: Der Betrieb legt weiterhin Wert auf hohe ökologische Standards bei der Waldbewirtschaftung und beim integrierten Waldnaturschutz. Auch die Zertifizierung nach dem Standard des Programme for the Endorsement of Forest Certification (PEFC) bleibe bestehen. „Die sozialen Standards bei HessenForst lagen schon immer über denen der FSC-Zertifizierung“, so Gerst. „Darüber hinaus haben wir festgestellt, dass die FSC-Zertifizierung keine positiven Effekte auf die Holzvermarktung hatte.“, ergänzt der Landesbetriebsleiter. HessenForst setze weiterhin auf transparente Kommunikation und Zusammenarbeit mit Umweltverbänden und Interessengruppen. In der Landesbetriebsleitung von HessenForst ist man fest davon überzeugt, dass das Moratorium und das Ruhen der FSC-Zertifizierung wichtige Schritte sind, um die langfristige Gesundheit und durch eine multifunktionale Bewirtschaftung gleichzeitig den ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ansprüchen an den Wald gerecht zu werden.
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November 2023 - Laubabfall im Herbst: Wie Bäume den Winter überstehen
Im hessischen Staatswald fällt jedes Jahr eine Laubmenge von circa 600.000 Tonnen an
Jedes Jahr im Herbst bewegen sich mit dem Blattabfall riesige Mengen Biomasse. Eine 60 Zentimeter starke Buche beispielsweise, trägt rund 28 Kilogramm Laub. Gemäß Hochrechnungen der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (Göttingen) rieseln im hessischen Staatswald jährlich rund 600.000 Tonnen Laub zu Boden.
Ohne den Abwurf ihrer Blätter würden Laubbäume den Winter nicht überstehen. Über Öffnungen in den Blättern verdunstet ein Baum Wasser. Wenn im Winter die Böden gefrieren, können die Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen und damit auch keinen Nachschub für die Blätter liefern. „Hätte der Laubbaum noch grüne Blätter, würde er verdursten. Um das zu verhindern, wirft er seine Blätter ab“ erklärt Michelle Sundermann, Pressesprecherin beim Landesbetrieb HessenForst und ergänzt: „Mit dem Laubfall treffen die Bäume jedes Jahr überlebenswichtige Vorkehrungen zum Überwintern.“
Dafür entwickeln Laubbäume eigene Botenstoffe, sogenannte Phytohormone. Diese Hormone signalisieren dem Baum, Trenngewebe an den Blattstielen zu bilden. Das Gewebe verkorkt und die Blätter fallen ab. Einige Laubbaumarten wie Hainbuche oder heimische Eichenarten behalten ihre vertrockneten Blätter. Sie entwickeln kein Trenngewebe, sondern dichten die Verbindung zu ihren Blättern mit speziell ausgeformten Zellen, den Thyllen ab. Oft sind es dann erst die Frühjahrsstürme, die die trockenen Blätter vom Baum wehen.
Und die Nadelbäume?
Nadelbäume entstammen ursprünglich kälteren Klimazonen und haben ihre eigene Strategie, der Frosttrockenheit zu strotzen. Ihre Nadeln haben eine viel kleinere Oberfläche, die von einer wachsartigen Schicht überzogen ist und sie dadurch unempfindlicher gegen Frost macht. Zusätzlich sind die Blattöffnungen tiefer im Blatt eingelassen was die Verdunstung verringert. So kommen sie mit der verminderten Wasserzufuhr im Winter zurecht und müssen ihre Nadeln nicht abwerfen.
Ein weit verbreiteter Irrtum
Dass der Laubfall im Herbst der nördlichen Hemisphäre dafür sorgt, dass sich die Erde im Winter schneller dreht, ist ein Irrtum. Die Legende besagt, dass die Biomasse, die sich nun auf dem Boden und damit näher an der Rotationsachse befindet, dazu führe, dass sich die Erde schneller dreht, ähnlich wie das Pirouttendrehen mit angezogenen Armen. Der Effekt ist laut Bundesamt für Kartographie und Geodäsie allerdings nicht nachweisbar. Tatsächlich sei es umgekehrt: die Erde dreht sich im (Nord-) Sommer schneller. Dafür sorgten periodische Verlagerungen von Luftmassen.
2021 - Hessen Forst: Nach dem Sturm ist vor dem Sturm
Die Gefahr im Wald nimmt zu. Durch die Klimakrise sterben Bäume und brechen leichter ab.
Die ersten Herbststürme haben in Deutschland einen noch nicht bezifferbaren Schaden angerichtet. Das gilt auch für den Wald in Hessen. „Noch ist keine genaue Bilanz nach dem Sturm der letzten Tage möglich. Doch jeder umfallende Baum und abbrechende Aste birgt eine Gefahr für Leib und Leben sowie Hab und Gut“, darum geht Sicherheit in unseren Wäldern für die Besucher und unsere Mitarbeiter vor“, sagt Michael Gerst, Landesbetriebsleiter von HessenForst, und warnt vor Spaziergängen im Wald während und nach Stürmen: „Bitte gehen Sie während und nach einem Sturm nicht in den Wald und respektieren sie stets die Absperrungen, die wir zu Ihrer Sicherheit und der unserer Mitarbeiter errichten.“
Die aktuellen Schäden im Wald seien auch Teil der Klimakrise. Denn unter den trockenen Sommern leiden in Hessen besonders die Buchen. Diese Baumart ist eigentlich als recht anpassungsfähig bekannt. Dennoch sind die Forstleute besorgt. Besonders alte Bäume, die tief verwurzelt sind, leiden unter der Trockenheit. „Die Buchen sehen oft in der Krone noch gesund aus. Am Stamm platzt aber schon die Rinde ab. Das ist für uns ein sicheres Zeichen, dass der Baum abstirbt,“ sagt Gerst. Um die Sicherheit entlang der Wege zu gewährleisten, werden die geschwächten Bäume gefällt. „Dass das auf den ersten Blick nicht immer für alle nachvollziehbar ist, ist uns bewusst“, sagt Gerst, „aber als Forstleute haben wir einen geschulten Blick auf unsere Bäume, mit denen wir verantwortungsbewusst und niemals leichtfertig umgehen. Wir wissen, was wir tun. Wir haben langjährige Erfahrung und die notwendigen Fachkenntnisse.“
Bis 2018, als mit dem Sturm Friederike und den folgenden Sommern der Ausnahmezustand im Wald begann, war das Kerngeschäft der Förster die Pflege und Bewirtschaftung des Waldes. Nachhaltigkeit wurde vor 300 Jahren im Wald erfunden. Das Prinzip: nicht mehr ernten, als nachwächst. „Mit und nicht gegen die Natur zu arbeiten, behutsam aus den Monokulturen stabile Mischwälder zu entwickeln“ sagt Gerst, sei bereits seit Jahrzehnten das Ziel des Landesbetriebs. „Dürre, Starkregen und Sturm setzen dem Wald immer mehr zu und in den vergangenen Jahren sind viele Freiflächen entstanden. Indem wir die Wiederbewaldung vorantreiben, geben wir dem Wald einen Vorsprung und unterstützen ihn dabei, das Klima zu retten“, ergänzt Gerst. Ohne die gezielte und geplante Wiederbewaldung, die auch das Ernten von Bäumen voraussetze, würde es Menschen-Generationen dauern, bis sich auf manchen Flächen wieder Wald einstelle. „Die Pflege des Waldes, das Ernten reifer und das Setzen junger Bäume, ist eine Voraussetzung dafür, dass jede Generation von Menschen einen dichten, intakten Wald als Erholungsraum erleben kann.“
2021 - ICE-Neubaustrecke: Darmstadt und Hessen-Forst stellen gemeinsame Forderungen
Darmstadts OB Partsch: „Verbinden umweltfreundlichen Verkehr mit Schutz des Naturraums Wald“ / Mobilitätsdezernent Kolmer: „Tunnel in bergmännischer Bauweise nützt Wald und Menschen“ / Forstamtsleiter Müller: „Jetzt mit Unterpflanzungen beginnen, Auflösungserscheinungen in benachbarten Waldbeständen minimieren“
Mit der von der Deutschen Bahn AG vorgelegten ICE-Planung konnten wesentliche Ziele der Wissenschaftsstadt Darmstadt, die Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft und Wissenschaft zugute kommen erreicht werden:
1. die vollständige Anbindung der Stadt und der Region an das europäische Fernstreckennetz im Norden und eben auch im Süden, ohne dass sämtlicher ICE-Verkehr durch die Stadt geleitet wird
2. die Verhinderung von Güterverkehr an der Eschollbrücker Straße und insgesamt eine Verminderung der Güterverkehrsbelastung
3. die Freimachung der bestehenden Bahnstrecken für eine Stärkung des regionalen ÖPNV
Gute Balance finden
Diese bedeutenden Weichenstellungen für eine ökologische Verkehrsinfrastruktur sind mit Eingriffen in die Waldflächen verbunden. Wie bei allen Infrastrukturprojekten gilt es hier eine möglichst gute Balance zu finden. Vor diesem Hintergrund haben sich jetzt die Wissenschaftsstadt Darmstadt und Hessen-Forst in einem gemeinsamen Strategiegespräch auf einen Forderungskatalog zum Bau der ICE-Strecke im Darmstädter Süden und Südwesten geeinigt. Zuvor hatte die Deutsche Bahn AG ihre Trassenfestlegung zur Integration des Hauptbahnhofs Darmstadts ins ICE-Schnellbahnnetz getroffen; südlich vom Hauptbahnhof soll die Trasse weitgehend im Tunnel verlaufen, der parallel zur Eschollbrücker Straße in Richtung der Autobahnen und zum Anschluss an die Neubau-Hauptstrecke führt.
Forderungen von Stadt und Forst
Stadt und Forst wenden sich hierzu mit vier Forderungen an die Bahn AG und den Bund:
1. Der Tunnel muss bis zur A 5 in bergmännischer Bauweise erstellt werden.
2. In der Weiterführung zur A 67 muss die Trasse in einem gedeckelten Trog geführt werden.
3. Im Bereich der Siedlung Tann (Neubau-Hauptstrecke) ist ebenfalls ein gedeckelter Trog vorzusehen.
4. Aktive Minimierungsmaßnahmen sind so schnell wie möglich zu beginnen, schon vor dem eigentlichen Bau der Südanbindung.
Bahn umweltfreundlichstes Verkehrsmittel
Oberbürgermeister Jochen Partsch: „Die Bahn ist mit Abstand das im Sinne des Klimaschutzes umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Der Wald ist ebenfalls ein zentraler Faktor, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Ökologische sinnvolle Mobilität und der Schutz des Naturraums Wald sind für die Wissenschaftsstadt Darmstadt gleichermaßen hohe Güter. Die Leistungsfähigkeit des Transportsystems Bahn zu erhöhen und das Ökosystem Wald zu stabilisieren, dies sind beides Infrastrukturaufgaben von größter Bedeutung, um Darmstadt zukunftssicher zu entwickeln.“
Schonung für den Wald
Mobilitätsdezernent Michael Kolmer: „Die bergmännische Ausführung des Tunnelbaus bis zur A 5 garantiert nicht nur größtmögliche Schonung des Waldes, sie bedeutet zugleich auch die geringstmögliche Belastung der Anwohnenden durch den Bau. Mit der Deckelung des Trogs in der Weiterführung der Strecke bis zur A 67 erreichen wir zudem, dass nördlich des Trogs ein stabiler Wald mit ausreichend großen Bäumen entwickelt werden kann.“
Wald muss stabilisiert werden
Hartmut Müller, Leiter des Forstamts Darmstadt: „Für die unumgängliche Waldeingriffe muss der angrenzende Wald bereits jetzt deutlich vor Baubeginn der Trasse durch Unterpflanzungen stabilisiert werden. Nur so können die zu erwartenden Auflösungserscheinungen in den Beständen zumindest teilweise kompensiert werden. Hier gilt es jede Chance zu nutzen. Daneben sollte zumindest ein Teil der notwendigen Ersatzaufforstungen (Neuer Wald für dauerhafte Waldrodungen) in Darmstadt und Umgebung realisiert werden. Den Darmstädterinnen und Darmstädtern nutzt neuer Wald im Vogelsberg oder Spessart nichts“.