Politische Debatte in gemütlicher Runde: SPD-Stammtisch „Rote Socke“ blickt auf kommende Gemeindevertretung
Von konstruktiven Gesprächen geprägt war der zweite SPD-Stammtisch „Rote Socke“, zu dem die SPD Lautertal alle politisch Interessierten in die Gaststätte am Sportplatz des TSV Elmshausen eingeladen hatte. In geselliger und gemütlicher Runde diskutierten die Anwesenden unter anderem über aktuelle kommunalpolitische Themen. Ein zentraler Schwerpunkt des Abends war dabei ein wichtiger Antrag der SPD-Fraktion, der bereits am kommenden Donnerstag in der Sitzung der Gemeindevertretung zur Abstimmung steht: Die flächendeckende Einrichtung von AED-Standorten (Automatisierte Externe Defibrillatoren) im gesamten Gemeindegebiet.
Die Initiative für diesen wichtigen Antrag stammt direkt von Boris Ertl, der zusammen mit Walter Kirschbaum den Vorsitz der SPD-Fraktion übernommen hat. Nach einigen Jahren Pause ist Ertl wieder in die Kommunalpolitik zurückgekehrt und bringt nun seine frischen Ideen aktiv in die Gemeindearbeit ein.
Der plötzliche Herztod gehört zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Da bei einem Herzstillstand jede Minute zählt und die Überlebenschancen der Betroffenen ohne schnelles Eingreifen massiv sinken, sieht die SPD-Fraktion unter Ertls Führung dringenden Handlungsbedarf. Insbesondere an Orten mit hoher Besucherfrequenz im Gemeindegebiet bestehe grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für kardiologische Notfälle. Als Träger öffentlicher Einrichtungen liegt es nach Ansicht der Fraktion in der Verantwortung der Gemeinde, eine zeitgemäße Infrastruktur für die Erste Hilfe vorzuhalten. Ein öffentlich zugänglicher AED ermöglicht es auch medizinischen Laien, im Ernstfall noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes lebensrettende Maßnahmen einzuleiten. Mit dem eingereichten Vorstoß fordert die SPD-Fraktion ein strukturiertes Vorgehen der Gemeinde. Zunächst soll der Gemeindevorstand damit beauftragt werden, eine Bestandsaufnahme der bereits bestehenden Standorte von automatisierten externen Defibrillatoren im Gemeindegebiet durchzuführen. Darüber hinaus soll eine Liste mit weiteren geeigneten öffentlichen Orten wie Sportstätten, Dorfgemeinschaftshäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen erstellt werden. Auf dieser Basis wird der Gemeindevorstand aufgefordert, eine fundierte Kostenschätzung für die Nachrüstung mit AEDs auszuarbeiten, die auch die Ausgaben für Schutzgehäuse, Beschilderung und die spätere Wartung umfasst. Auch öffentliche Fördermittel sollen eruiert werden. Aufgrund der aktuellen Haushaltslage sieht der Antrag vor, eine Prioritätenliste hinsichtlich der erarbeiteten Standorte zu entwickeln, damit diese in den kommenden Jahren schrittweise abgearbeitet werden können. Um die Geräte optimal zu schützen, soll die Gemeinde zudem Kontakt mit umliegenden Kommunen aufnehmen, um von deren Erfahrungen mit Vandalismus im Zusammenhang mit öffentlich zugänglichen Defibrillatoren zu profitieren. Die Ergebnisse dieser umfassenden Prüfung sollen schließlich dem Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss zur Beratung vorgelegt werden. Durch eine Finanzierung aus kommunalen Mitteln soll zudem eine zentrale und professionelle Wartung der Geräte, beispielsweise durch den KMB oder externe Dienstleister, sichergestellt werden, um deren langfristige Funktionsfähigkeit zu garantieren. Die anwesenden Gäste des Stammtischs zeigten sich einig, dass diese Initiative ein wichtiger Schritt für die Sicherheit und Gesundheitsvorsorge der Bürgerinnen und Bürger in Lautertal ist.
Neben der AED-Thematik wurden beim Stammtisch noch viele weitere lokale Anliegen in lockerer Atmosphäre besprochen. Die Verantwortlichen der SPD zogen ein durchweg positives Fazit und betonten, dass das Format „Rote Socke“ auch in Zukunft fortgeführt wird, um einen direkten und unkomplizierten Austausch zu pflegen. Der Stammtisch ist nicht nur für Parteimitglieder, sondern für alle politisch Interessierte gedacht.
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Februar 2026: SPD Lautertal zum Thema Kita-Neubau
Der geplante Neubau einer Kindertagesstätte an der Lautertalhalle ist im Wahlkampf angekommen. Um es vorweg zu nehmen: Die SPD Lautertal ist einer Diskussion gegenüber offen. Aber das Thema, bei dem noch vor wenigen Wochen weitgehend Einigkeit über Parteigrenzen hinweg bestand, eignet sich nicht als Wahlkampfthema. Denn bei der Kommunalwahl wird nicht über Pro und Contra der Kita an der Lautertalhalle entschieden. So einfach ist es nicht. Denn es handelt sich um eine Pflichtaufgabe der Gemeinde Lautertal, welche letztlich die Kindergartensituation für Kinder, Eltern und Erzieherinnen im Lautertal zu verbessern soll. Dazu wurde vom Gemeindevorstand schon vor einigen Jahren eine Kita-Kommission eingerichtet, die nach einer detaillierten Analyse zu einer Standortentscheidung an der Lautertalhalle und dort zum Erwerb eines Grundstücks geführt hat. Inzwischen besteht an der Lautertalhalle Baurecht. Und bis dahin war es schon ein langer komplizierter und für viele Eltern und Erzieher nicht nachvollziehbarer Weg. Jetzt ist es an der Zeit, zur Umsetzung zu kommen.
In der Kommission sind neben allen Fraktionen der Gemeindevertretzbg auch weiterhin der Träger der Kita beteiligt. Eine Beteiligung von Kindergarteneltern kann nur informativen Charakter haben. Eine Bürgerbefragung halten wir nicht für zielführend. Unabhängig von der unklaren Fragestellung, würden dabei die Interessen älterer Bürger auf die von Familien mit Kleinkindern treffen.
Mit dem Neubau soll darüber hinaus die Effiziens der Personalsteuerung verbessert werden. Die bekannten Kinderzahlen der kommenden Jahre müssen dabei zwar eine Rolle spielen, doch wissen erfahrene Kommunalpolitiker, dass die vom Kreis gelieferten Zahlen keinen Zuzug (Ciba-Gebäude) und insbesondere keine Neubaugebiete (u.a. Schmelzig, Hofacker) berücksichtigen.
Der Standort in Elmshausen wurde unter anderem auch gewählt, da abzusehen war, dass die Kita im Ortsteil Lautern nicht mehr den erforderlichen Standards entspricht und auf Dauer nicht mehr über eine Betriebserlaubnis des Kreis-Jugendamtes verfügen wird. Der Ortsbeirat Lautern hat dies bedauert, letzlich aber dazu die Erläuterungen des Vorsitzenden der Gemeindevertreung und des Bürgermeisters einstimmig akzeptiert. Auch ist die Verkehrssituation aus unserer Sicht dort kritischer zu bewerten, als am neuen Standort. Nach unserer Beobachtung werden ca. 80 Prozent der Kinder mit einem Fahrzeug zur Kita gebracht. Die Betriebserlaubnis endet mit Ablauf des Jahres 2026. Dennoch steht die SPD Lautertal auch hier dem Wunsch anderer Gruppen offen gegenüber, einen aus unserer Sicht kaum zu bewältigenden Sanierungsbedarf in Lautern konkret in der Kita-Kommission zu beziffern.
Gleiches gilt für die Kita Reichenbach, die aber ohnehin nicht ohne einen Neubau an der Lautertalhalle saniert werden könnte. Schließlich müssten die Kinder ja auch während einer Sanierung anderweitig untergebracht werden. Eine Container-Lösung in dieser Zeit würde weitere hohe Kosten verursachen.
Bei der Planung und Ausführung muss natürlich immer die Grundsteuer B berücksichtigt werden. Diese kann nicht ins Unendliche steigen. Einsparungen könnten sich immerhin durch den Wegfall von Planungskosten beim Bau einer sogenannten Modell-Kita ergeben. Zudem soll die Gemeinde rund 2,3 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes erhalten, die in dieses Projekt investiert werden könnten. Der Verkaufserlös durch die Aufgabe der Kita Lautern und evtl. eines weiteren Standorts sollte ebenfalls in das Projekt einfließen. Darüber hinaus wurde vor wenigen Tagen vom Land Hessen ein zinsgünstigeres Darlehen aus dem Hessischen Investitionsfonds bis maximal 2,5 Millionen Euro speziell für Baumaßnahmen im Kita-Bereich in Aussicht gestellt. Aber auch die Rückzahlung muss gesichert werden.
Die SPD Lautertal hat die Situation der Gemeinde und speziell auch die Pflichtaufgabe Kindertagesstätten seit vielen Jahren fest im Blick. An der Investition in einen Neubau geht aus unserer Sicht jedoch kein Weg vorbei. Dabei sind wir wie immer an einem sachlichen Austausch von Argumenten und letztlich an einer von allen getragenen Lösung interessiert.
Tobias Pöselt, Vorsitzender der SPD Fraktion Lautertal/Odw., Gemeindevertreter der Gemeinde Lautertal/Odw. Mail: